Hessisch Lichtenau: Aus Freundschaft wird Liebe

Irmgard und Horst Schäfer aus Hessisch Lichtenau feiern Eiserne Hochzeit

65 Jahre verheiratet: Irmgard und Horst Schäfer aus Hessisch Lichtenau.
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65 Jahre verheiratet: Irmgard und Horst Schäfer aus Hessisch Lichtenau.

„Irmgard wird meine Frau“, so überraschte Horst Schäfer aus Hessisch Lichtenau Anfang der 1950er-Jahre beim Richtfest die Familie und Irmgard Horn, die nur eine gute Freundin war.

Hessisch Lichtenau – Gesagt, getan: 1956 führte er sie zum Traualtar. Das ist 65 Jahre her, heute feiert das Lichtenauer Paar seine Eiserne Hochzeit.

Kennengelernt haben sich die Jubilare bereits im Kindesalter. Horst, in Neu-Eichenberg geboren und in Ebersdorf in Thüringen aufgewachsen, ist sechs Jahre alt, als er mit der Familie seine Ferien im heutigen Großalmeröder Stadtteil Rommerode verbringt. Bei einem Abstecher mit der Eisenbahn nach Hessisch Lichtenau, wo ein Schulfreund des Großvaters wohnte, lernt er in der Familie die drei Jahre jüngere Irmgard kennen.

Beide erinnern sich noch gut an ihr Spiel mit dem Ball: Der ist im Eifer des Gefechts unerreichbar in der Warmluftheizung gelandet. Aufgetaucht ist er erst wieder nach Jahren, als renoviert wurde und beide längst verheiratet waren. Nachdem die Familie Schäfer 1941 in Friedrichsbrück eine Wohnung bezieht und einen guten Kontakt mit der Familie Horn pflegt, sehen sich die beiden Jugendlichen jetzt öfters, unternehmen in späteren Jahren auch mal etwas gemeinsam.

Als Horst dann beim Richtfest völlig überraschend von Heirat spricht, ist Irmgard verblüfft und denkt sich: „Was gibt’s denn jetzt?“ Daraufhin wird die Verbindung inniger. Gemeinsam unternehmen sie mit dem Fahrrad Ausflüge in die Umgebung, hin und wieder steht ein Kinobesuch in der Lossestadt auf dem Programm. An Irmgards 21. Geburtstag, dem 24. August 1956, feiern sie ihre Verlobung. Knapp zehn Wochen später findet die Hochzeit statt.

65 Jahre verheiratet: Irmgard und Horst Schäfer aus Hessisch Lichtenau (linkes

Der gelernte Industriemechaniker und die ausgebildete Apothekenhelferin ziehen anschließend bei ihren Eltern im Lichtenauer Mühlweg ein. Im April 1957 wird Sohn Jürgen geboren, vier Jahre später Sohn Norbert. 1968 entsteht auf dem großen Grundstück ein Mietshaus, 1974 wird das Wohnhaus vergrößert und modernisiert. Zu ihren Hobbys zählt auch der Karneval: In der Session 1989/1990 stellen die beiden das Lichtenauer Kolping-Prinzenpaar.

Während sich Horst Schäfer bei der Deutschen Bundesbahn bis zum technischen Betriebsinspektor hocharbeitete, gehörten beide ehrenamtlich als Mitglieder der CDU in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren dem Lichtenauer Stadtparlament an. Sie neun Jahre lang bis 1994 als Stadtverordnete, er von 1972 bis 1989. In dieser Zeit war er zudem für vier Jahre Stadtverordnetenvorsteher, direkt im Anschluss zwölf Jahre lang bis zum Ende seines politischen Engagements Vorsitzender seiner Fraktion.

Bis 2001 verblieb er in der Verschwisterungskommission, war Mitglied der Kammer für Kriegsdienstverweigerer, Ortsgerichtsschöffe und stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher. Den Verein „Haus und Grund“ leitete er von 15 Jahre lang bis 2009. Seine Frau war in den Elternbeiräten von Kita und Schule aktiv, gehörte dem Musterungsausschuss des Kreiswehrersatzamts an, war Schöffin am Amtsgericht in Eschwege, Kassenführerin bei „Haus und Grund“ und arbeitete im Besuchsdienstkreis der evangelischen Kirche mit. Beide wurden 1989 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet.

Im März 2021 sind die Jubilare ins Awo-Altenzentrum in der Lossestadt umgezogen. Ihren Hochzeitstag wollen Irmgard und Horst Schäfer heute im Bürgerhaus im kleinen Kreis der Familie feiern, zu der inzwischen drei Enkelsöhne und ein Urenkel zählen. (Von Lothar Röß)

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