Sie wollen Ruhe in die Wehr bringen

Hessisch Lichtenau: Klingbeil und Imdahl zu Stadtbrandinspektor und Stellvertreter berufen worden

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Zwei Neue für Hessisch Lichtenau: Stadtbrandinspektor Falk Klingbeil (rechts) und Stellvertreter Timo Imdahl (links) haben sich vom Magistrat in ihre Ämter berufen lassen.

Hessisch Lichtenau. Erpicht auf das Amt des Stadtbrandinspektors und seines Stellvertreters war keiner der beiden. Nichtsdestotrotz haben sich Falk Klingbeil und Timo Imdahl vom Magistrat der Stadt Hessisch Lichtenau jetzt in diese Ämter berufen lassen.

Zum Wohl der Feuerwehr, um sie aus den Medien herauszuholen, Ruhe reinzubringen und etwas zurückzugeben. „Ich habe der Feuerwehr einiges zu verdanken, sonst hätte ich meinen Job beim Kreis vermutlich nicht“, sagt Imdahl, der bei seiner Bewerbung als Leitstellendisponent dank seines Ehrenamtes mit dem Truppenführer bereits eine der Grundvoraussetzungen erfüllte.

Auch Klingbeil ist nicht nur in seiner Freizeit, sondern auch beruflich eng mit der Feuerwehr verbunden: Seit 2010 kümmert er sich als hauptamtlicher Gerätewart um die mehr als 20 Fahrzeuge, unzähligen Atemschutzgeräte und Schläuche der Lichtenauer Wehren. Nachdem er vergangene Woche vereidigt wurde, erhielt am Montag nun auch Imdahl seine Urkunde.

Eine dauerhafte Lösung ist die Einberufung für beide nicht – sonst hätten sie sich ja offiziell zur Wahl gestellt. „Ich habe einen drei Monate alten Sohn und eine elfjährige Tochter, bin beruflich stark eingespannt und der Tag hat nur 24 Stunden. Es muss so schnell wie möglich einen zweiten Stellvertreter als Entlastung geben, sonst bin ich schneller wieder draußen, als ich drin war“, macht Imdahl deutlich. Das sieht Klingbeil genauso. Er hat neben Beruf und Familie nun zwei Führungspositionen bei der Feuerwehr inne: Seit 2002 ist der neue Stadtbrandinspektor nämlich auch Wehrführer in Walburg – nach der Kernstadt die zweitgrößte Wehr Hessisch Lichtenaus. Gemeinsam stellen beide Wehren die Tagesalarmsicherheit für Hessisch Lichtenau sicher. „Meine Wehr war nicht erfreut“, sagt Klingbeil, „zwei Ämter auf Dauer zu begleiten, ist nicht möglich, das bringt Unmut in die Truppe.“ Sein Stellvertreter habe ihm aber zugesichert, ihn bis zum Ende der Wahlperiode in einem Jahr verstärkt zu unterstützen.

Auf die Frage, ob sie – auch wenn sie nicht aus den Reihen der Feuerwehren gewählt wurden – Akzeptanz bei ihren Kameraden erfahren werden, reagieren beide zuversichtlich: „Ich gehe schon davon aus, dass ich, auch durch meine Tätigkeit als Gerätewart, Akzeptanz erfahren werde und auch habe“, sagt Klingbeil. Der eine oder andere, der es bereits erfahren habe, habe Imdahl auf seine neue Position angesprochen. „Da kam nichts Negatives.“ Schließlich würden aber beide auch nur das Beste für die Bürger Hessisch Lichtenaus wollen. „Und wer meint, er muss rummeckern, der kann es jederzeit besser machen – wir sind nicht auf unseren Posten festgewachsen und stellen unser Amt gern zur Verfügung“, fügt Klingbeil hinzu.

Ob sich das Duo – wenn alles gut läuft – nach Ablauf der Wahlperiode am 6. Juni 2020 auch offiziell noch mal zur Wahl stellt, darauf möchten sich beide noch nicht festlegen.

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