Hessisch Lichtenau: Jura-Student vom Gut Friedrichsbrück

Lorenz Dilling aus Hessisch Lichtenau macht das fünftbeste Jura-Examen in Niedersachsen

Jura-Student aus Hessisch Lichtenau: Lorenz Dilling vom Gut Friedrichsbrück wurde für das fünftbeste Erste Staatsexamen in Niedersachsen ausgezeichnet
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Jura-Student aus Hessisch Lichtenau: Lorenz Dilling vom Gut Friedrichsbrück wurde für das fünftbeste Erste Staatsexamen in Niedersachsen ausgezeichnet

Lorenz Dilling aus Hessisch Lichtenau ist für seine Leistung als Jura-Student der Universität Göttingen von der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza geehrt worden.

Hessisch Lichtenau – Lorenz Dilling aus Hessisch Lichtenau ist sportlich, musikalisch und hat das fünftbeste Erste Jura-Staatsexamen in Niedersachsen abgelegt. Für seine Leistung als Student der Universität Göttingen ist der 26-Jährige vom Gut Friedrichsbrück bei Hessisch Lichtenau jetzt von der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) geehrt worden.

13,26 von 18 Punkten hat Dilling erreicht. „Die Höchstpunktzahl schafft niemand“, sagt er. „Die Aufgaben sind so gestellt, dass sie in der Prüfungszeit nicht vollständig lösbar sind.“ Schon wer neun Punkte habe, sei unter den besten 15 Prozent und könne sich Hoffnungen auf eine Stelle im Staatsdienst oder in einer großen Kanzlei machen.

„Um auf die fünfstündigen Prüfungen vorbereitet zu sein, habe ich möglichst viele Probeklausuren geschrieben“, sagt er. Das seien etwa 25 gewesen. Aber das Lernen sei ihm immer leicht gefallen. „Ich kann gut strukturiert denken und Fakten behalten“, sagt er. Schließlich stellte er sich als einer von 875 Studenten in Niedersachsen zwei Wochen lang den sechs Examensprüfungen.

Doch Recht und Gesetz sind nicht das einzige, was Dilling interessiert. Auf dem heimischen Gut seiner Eltern hilft er in seiner Freizeit aus. Dort kümmert er sich um 100 Kühe und Kälber der Rasse Limousin, Rinder zur Fleischproduktion. „Diese widerstandsfähige Rasse passt gut nach Nordhessen“, sagt er. Für sie ist der Jurist gelegentlich mit dem Traktor unterwegs, kürzlich zum Beispiel zum Heu machen. „Dabei bin ich eigentlich ein Theoretiker und kein Praktiker“, sagt er und lacht.

Mit seiner Familie baut der 26-Jährige auf 300 Hektar Land zudem Bio-Backweizen, Dinkel, Hafer und Braugerste für Schinkels Brauhaus in Witzenhausen an. Sein Bruder studiert Agrarwissenschaften. „Irgendwann wollen wir den heimischen Betrieb von unseren Eltern übernehmen“, sagt Lorenz Dilling. Zurzeit gefallen ihm zwar die Berufe Richter und Staatsanwalt am besten. Er könne sich aber auch vorstellen, sich auf Agrarrecht zu spezialisieren und Landwirte in der Region zu beraten, während er den Familienbetrieb weiterführt.

Denn Dilling ist der Region rund um Hessisch Lichtenau sehr verbunden. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass er sich seit 2013 im Kirchenvorstand von Friedrichsbrück engagiert, im Winter mittwochs beim TSV Retterode Skilanglaufen macht und donnerstags im Orchester des MGV Wickenrode Gitarre spielt. „Das ist mein Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch“, sagt Dilling.

Der Ausgleich sei dem 26-Jährigen auch in seinem sechsjährigen Studium immer wichtig gewesen. Seit dessen Beginn wohne er hauptsächlich in Göttingen. „Ich wollte zu Hause raus, aber immer noch heimatnah wohnen“, sagt er. Zwischenzeitlich habe er sogar im selben Studentenwohnheim gelebt wie sein Vater, als dieser Forstwissenschaft studierte. Trotzdem komme Dilling häufig auf das heimische Gut. „Vor allem die Zeit im Homeoffice verbringe ich oft dort“, sagt er.

Doch bald geht es für den 26-Jährigen nach Göttingen zurück, denn er schaut sich zurzeit in einem 18-monatigen Referendariat verschiedene juristische Berufe an. Dazu gehört auch die Rechtsanwaltskanzlei Luther in Hannover. „Mich interessiert, wie Gerechtigkeit hergestellt wird“, sagt er. „Außerdem ist Jura sehr lebensnah, denn es hat mit allem zu tun, zum Beispiel mit Arbeitsverträgen.“ Auf einen solchen Vertrag hofft Dilling für das kommende Jahr: Nach dem Referendariat will er dann sein Zweites Staatsexamen mit ähnlich vielen Punkten ablegen und in den Beruf starten. (Von Fabian Becker)

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