Interessenten zogen Bewerbungen zurück

Hessisch Lichtenau: SPD vorerst ohne Bewerber für Bürgermeisterwahl

Hessisch Lichtenau. Bis Donnerstagabend hatte die SPD in Hessisch Lichtenau zwei interessierte Bürgermeister-Kandidaten - jetzt gibt es erst einmal keinen mehr.

Der Grund: Statt einen der beiden Bewerber zu nominieren, votierten die Delegierten mit großer Mehrheit dafür, dass ihnen von der Kandidatenfindungskommission weitere Bewerber vorgeschlagen werden sollen.

Daraufhin zogen die beiden Interessierten - der Quenteler SPD-Ortsvereinsvorsitzende Bernd Diederich und SPD-Fraktionsvize Steven Renner (Fürstenhagen) - ihre Bewerbungen spontan zurück, berichtete SPD-Stadtverbandschef Frederik Geier.

Den Antrag, die Nominierung auszusetzen und nach weiteren Kandidaten im Bereich von Nordhessen zu suchen, hatte Franz-Josef Lewe gestellt. Er sei von vielen Mitgliedern und Bürgern angesprochen worden, man solle sich doch noch einmal zu überlegen, ob es die geeigneten Bewerber seien, begründete der langjährige Stadtverordnetenvorsteher, der bis 2008 auch den SPD-Stadtverband führte, seinen Antrag.

Gut 40 Vertreter aus den SPD-Ortsvereinen im Bereich Hessisch Lichtenau sollten sich in der Delegiertenkonferenz im Bürgerhaus der Kernstadt ursprünglich zwischen Bernd Diederich und Steven Renner entscheiden. Letzterer war von der Findungskommission „ganz klar“ favorisiert worden, bestätigte Stadtverbandschef Geier. Eine Empfehlung gab der Vorstand aber nicht ab. Diederich hatte erst spät seinen Hut in den Ring geworfen. Geier äußerte sich auf Anfrage enttäuscht, dass die Delegierten der Findungskommission offenbar nicht vertrauten, intensiv genug nach einem geeigneten Bürgermeister-Kandidaten gesucht zu haben.

Der Vorsitzende sieht jetzt durchaus noch „ein paar Möglichkeiten“, weitere Bewerber zu finden. Man wolle insbesondere in Nordhessen auf SPD-Ebene schauen. Mit einer Präsentation des Ergebnisses und der Nominierung es Kandidaten rechnet Geier aber nicht vor Ende November, kurz bevor die Frist zum Einreichen von Vorschlägen endet.

Bis zur Direktwahl des Nachfolgers von Rathaus-Chef Jürgen Herwig (SPD) parallel zu den Kommunalwahlen am 6. März 2016 bleibt dem SPD-Kandidaten dann nicht mehr viel Zeit, um sich bekannt zu machen. Das Manko sieht auch Geier: „Einfach wird es für ihn nicht.“

Immerhin: Bislang liegt noch keine einzige offizielle Bewerbung im Lichtenauer Rathaus vor. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Michael Heußner kündigte auf Nachfrage an, man werde den Mitgliedern voraussichtlich im Oktober einen Bürgermeister-Kandidaten zur Nominierung vorschlagen.

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