Hessisch Lichtenauerin bietet Nachbarschaftstreffen mit Flüchtlingen an

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Hannelore Ziegler

Hessisch Lichtenau. „Auf engem Raum wird es irgendwann zu Konflikten kommen. Ich möchte die Situation entzerren", sagt Hannelore Ziegler und spricht damit auf die Situation der Flüchtlinge im Zeltlager in Hessisch Lichtenau an.

Deshalb hat sich die 65-Jährige etwas ausgedacht: Sie möchte dreimal pro Woche eine Art Nachbarschaftshilfe zwischen Flüchtlingen und Anwohnern organisieren. „Die Treffen sollen freiwillig, kostenlos und unbürokratisch ablaufen“, stellt Ziegler sich vor. Die Anwohner sollten eine Art Patenschaft für die Flüchtlinge übernehmen. „Ich wünsche mir, dass sie sich ein wenig Zeit nehmen und den Flüchtlingen zeigen, wo sie einkaufen und essen gehen können und wo der Bus abfährt“, sagt sie. Am Samstag, 10. Oktober, soll es losgehen.

Vielleicht entwickelt sich daraus auch eine Freundschaft. „Momentan sind die Menschen für uns die Flüchtlinge. Irgendwann sind es dann vielleicht der Mohammed und seine Familie“, sagt sie. So gebe es weniger Konflikte zwischen den verschiedenen Kulturen. Die Anwohner hätten dann auch ein besseres Gefühl, wenn sie die Menschen persönlich kennen, die in ihrer Nachbarschaft untergebracht sind. Ziegler hofft, dass dann auch die Integration der Flüchtlinge besser abläuft. Die Treffen sollen als Anstoß dienen, bei dem sich Anwohner und Flüchtlinge erst einmal beschnuppern und kennenlernen. Dann können sie Nummern austauschen und selbst organisieren, wann sie sich treffen wollen. Hannelore Ziegler möchte mit dieser Aktion einen Stein ins Rollen bringen. „Der Rest ergibt sich von selbst“, ist sie sich sicher.

Die Idee kam ihr als die ersten Flüchtlinge in die Zeltstadt eingezogen sind. „Wir müssen alle etwas dazu beitragen, dass diese Menschen sich in Deutschland zurechtfinden“, sagt sie.

Die Reaktionen, die Ziegler aus ihrem Umfeld bekommen hat, waren unterschiedlich. Viele hätten sich positiv geäußert, andere hätten sich nicht vorstellen können, wie Ziegler das alleine umsetzt. Zumal die Rentnerin nach einem Unfall vor zehn Jahren im Rollstuhl sitzt. Als Ort für die Treffen hat sie die Pausenhalle der Grundschule gegenüber der Zeltstadt organisiert. Auch mit dem Regierungspräsidium seien die Treffen abgesprochen. „Wir können die Pausenhalle nutzen, dazu benötigen wir Bierzeltgarnituren, aber die beschaffe ich noch,“ ist sie sich sicher. Mit Aushängen hat sie die Flüchtlinge über ihr Vorhaben informiert.

Hannelore Ziegler plant, dass die Nachbarschaftstreffen samstags von 16 bis 18 Uhr sowie dienstags und donnerstags ab 19 Uhr in der Pausenhalle der Grundschule in Hessisch Lichtenau direkt neben der Zeltstadt stattfinden. Das erste Treffen soll am Samstag, 10. Oktober, sein.

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