An Leipziger Straße

Hessisch Lichtenau: Parlament entscheidet über neuen Supermarkt

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Die Geister scheiden sich: In diesem Bereich der Leipziger Straße in Hessisch Lichtenau könnte laut Bürgermeister Jürgen Herwig ein neuer Supermarkt entstehen.

Hessisch Lichtenau. Ja oder Nein zu einem neuen Supermarkt an der Leipziger Straße in Hessisch Lichtenau? Das ist die wichtigste Frage, über die das Stadtparlament am Freitag, 17. Oktober, ab 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Hopfelde zu befinden hat.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Jürgen Herwig, selbst Befürworter des Projektes, ist die Entscheidung völlig offen. Der Supermarkt - wenn er denn kommt - soll gegenüber dem Rewe-Markt auf dem Gelände zwischen Esso- und Aral-Tankstelle entstehen und über eine Verkaufsfläche von knapp 800 Quadratmetern verfügen. Welche Verbraucherkette hinter der geplanten Ansiedlung steht, habe der Investor bislang nicht preisgegeben, so der Bürgermeister.

Theoretisch könnte es sich auch nur um die Verlagerung eines bereits ansässigen Marktes handeln. Eine Verwirklichung des Vorhabens hätte in den Augen Herwigs durchaus positive Aspekte. So würden die dortige „Schrottimmobile“ abgerissen, mithin „ein Schandfleck“ verschwinden und gute Parkmöglichkeiten entstehen. Der Investor würde den Bebauungsplan auf seine Kosten ändern und dem verrohrten Bachlauf eine andere Linienführung geben, wofür die Stadt 35.000 Euro erhielte.

Bündel von Anträgen

Während sich der Magistrat auf den Standpunkt gestellt habe, „nicht aktiv zu verhindern, dass dort etwas Neues entsteht“, habe die CDU-Fraktion grundsätzliche Bedenken angemeldet, weil sie eine Verödung der Innenstadt, namentlich Landgrafen-, Poststraße und Steinweg-Center befürchtet. Vor diesem Hintergrund wird das Stadtparlament am Freitag das letzte Wort haben. Dazu hat die CDU durch ihren Fraktionschef Andreas Howorka ein ganzes Bündel von Anträgen eingereicht. So will sie in einen noch aufzustellenden Bebauungsplan eine Veränderungssperre einbauen lassen, so dass im Ergebnis ein Gewerbegebiet ausgewiesen wird, in dem die Errichtung von Lebensmittelmärkten untersagt wird.

Wie unterschiedlich die Sachlage bewertet wird, machen die Abstimmungsergebnisse in den Ausschüssen deutlich. Während sich der Bau- und Umweltausschuss gegen die CDU-Initiative stellte, wurde sie im Haupt- und Finanzausschuss befürwortet. Ihre Position macht die CDU auch in einem Antrag zur Wirtschaftsförderung deutlich. Danach sollen Landgrafenstraße, Poststraße und Steinweg-Center als Einkaufszentrum erhalten und gestärkt, zugleich Ansiedlungen vermieden werden, die die Attraktivität der Innenstadt beeinträchtigen. Ein neuer Supermarkt in der Leipziger Straße sei „nicht sinnvoll“, da die Kaufkraft bei schwindender Einwohnerzahl eher rückläufig sein werde. (zcc)

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