Trotz Corona Winterlandschaft genießen

Verkehrschaos auf dem Meißner blieb aus: Hochstimmung auf Rodelhang und Loipen

Entspannte Verhältnisse: Auch wenn am Eingang zur Langlaufloipe streckenweise Hochbetrieb herrschte, kam man sich am Samstag auf der Strecke kaum in die Quere.
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Entspannte Verhältnisse: Auch wenn am Eingang zur Langlaufloipe streckenweise Hochbetrieb herrschte, kam man sich am Samstag auf der Strecke kaum in die Quere.

Dank des neuen Sicherheitskonzepts blieb am Wochenende der befürchtete Besucheransturm samt Verkehrschaos auf dem Hohen Meißner aus. Das bestätigten die Einsatzleiter der Polizei auf Anfrage.

Hoher Meißner – Samstagmittag, kurz vor zwölf: Der Parkplatz am Naturfreundehaus auf dem Hohen Meißner ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Aus dem gesamten Landkreis, aber auch aus Kassel und Göttingen sind die Menschen herbeigeströmt, um während des Corona-Lockdowns an die frische Luft zu kommen und das zweite Winterwochenende in Folge in vollen Zügen zu genießen. Ein Verkehrschaos wie noch eine Woche zuvor bleibt diesmal glücklicherweise aus.

Statt Staus sah man glückliche Wintersportler, die in der Pandemie gut Abstand halten konnten. „Das ist super hier“, schwärmte etwa Bastian Maliglowka aus Eschwege, bevor er mit Freundin Hannah Eichenberg am Naturfreundehaus auf dem Schlitten den Berg hinab raste: „Die Leute sind alle sehr entspannt und sympathisch. Fast jeder grüßt und man merkt, dass alle sich freuen, einfach mal raus zu kommen.

Auch wenn der Skilift wegen der Corona-Bestimmungen nicht in Betrieb sein darf und die alpinen Skifahrer derzeit leer ausgehen, herrscht an der Rodelstrecke absolute Hochstimmung. Timm Lauterbach aus Hessisch Lichtenau, der mit Ehefrau Angelika und Töchterchen Agnes (5) in den beiden vergangenen Wochen fast täglich hier oben war, ist begeistert: „Heute ist es erfreulich entspannt und sehr viel angenehmer als am vergangenen Samstag.“ Habe man sich da noch quasi gegenseitig auf den Füßen gestanden, sei es diesmal überhaupt kein Problem, die geforderten Abstände einzuhalten und dennoch viel Spaß auf der Rodelbahn zu haben. „Polizei und Feuerwehr haben heute ein richtig gutes Konzept und die Ankündigungen in der Zeitung und im Radio haben scheinbar dafür gesorgt, dass der ganz große Ansturm ausgeblieben ist“, so Lauterbach.

Agnes, die fünfjährige Tochter von Timm und Angelika Lauterbach aus Hessisch Lichtenau, hatte Riesenspaß mit ihrer Rutschplatte auf dem Hohen Meißner.

Auch das DRK war wie angekündigt das ganze Wochenende vor Ort, um sich so schnell wie möglich um Verletzte kümmern zu können.

„Wir freuen uns, dass die Lage heute so entspannt ist“, sagt Einsatzleiter Frank Grubbe vom regionalen Verkehrsdienst der Polizei in Eschwege. Dieser ist mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor Ort, um bei drohender Überfüllung der Parkplätze bereits am Fuße des Meißners die Zufahrten von beiden Seiten her zu sperren. „Das ist heute glücklicherweise nicht nötig“, sagt Grubbe. Dass auf den einzelnen Parkplätzen kein Chaos ausbricht, dafür sorgen die Mitglieder mehrerer Feuerwehren. „Wenn ein Parkplatz einmal voll ist, werden erst dann Fahrzeuge drauf gelassen, wenn wieder Stellplätze vorhanden sind“, so der Einsatzleiter.

Auch ohne Liftbetrieb ließ sich dieser Snowboarder den Spaß nicht verderben.

Das sorgt nicht nur am Naturfreundehaus für geregelte Verhältnisse, sondern auch auf dem Plateau-Parkplatz am Eingang zur Langlaufloipe, wo wie immer bei guten Schneeverhältnissen Hochbetrieb herrscht. Erschöpft, aber meist mit einem zufriedenen Lächeln kommen die Läufer von ihrer Tour zurück und freuen sich an der wie aus einem Bilderbuch entsprungen Winterlandschaft. „Es ist einfach wunderschön hier“, sagt auch Matthias Krones, der mit seiner Freundin Sonja gerade die lange Neun-Kilometer-Strecke absolviert hat. Der 58-Jährige, der aus dem Werra-Meißner-Kreis stammt und jetzt in Rotenburg/ Fulda lebt, kehrt immer wieder „unheimlich gerne“ in seine alte Heimat zurück.

„Natürlich hatten wir angesichts der angekündigten Verkehrsmaßnahmen, die ich im Übrigen für sehr gut halte, heute etwas Bedenken, ob wir hier hochkommen“, so Krones. Wenn man das aber einkalkuliere, dann könne man mit einem Plan B anreisen und sich zur Not etwas anderes vornehmen. „So hat aber alles wunderbar geklappt“, sagt Krones. Und wegen Corona habe man sich auch keine Gedanken machen müssen. „Auf der Loipe verläuft es sich, so dass man sich da nie mit anderen in die Quere kommt.“ (Per Schröter)

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