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Hopfelde feiert Ersterwähnung bei Dorfkirmes

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Von: Lothar Röß

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Zur Erinnerung: Dieser Gedenkstein mitten im Wald zwischen Hopfelde, Wickersrode und Reichenbach wurde anlässlich des Dorfjubiläums gesetzt. Am Samstag warten mehr als 70 Menschen dorthin, um ihn zu enthüllen.
Zur Erinnerung: Dieser Gedenkstein mitten im Wald zwischen Hopfelde, Wickersrode und Reichenbach wurde anlässlich des Dorfjubiläums gesetzt. Am Samstag warten mehr als 70 Menschen dorthin, um ihn zu enthüllen. © Lothar Röß

Dank einer beispielhaften Dorfgemeinschaft haben die Hopfelder das Bestehen ihres Ortes seit mindestens 650 Jahren am Samstag im Rahmen ihrer Dorfkirmes gebührend gefeiert – und das zwölf Jahre früher als zuletzt noch angenommen.

Hopfelde – Auch wenn das Fest der Ersterwähnung aus dem Jahr 1371 pandemiebedingt bereits im vorigen Jahr hätte stattfinden sollen, so kam das Jubiläum für den Ortsbeirat des Lichtenauer Stadtteils doch überraschend. Der hatte 2018 erst aus der Zeitung erfahren, dass Lichtenaus Heimatforscher Thomas Blumenstein auf ein Dokument gestoßen war, das den Ort zwölf Jahre früher erwähnte. Doch mit der Unterstützung der Kirmesjugend war es möglich geworden, auch in der Kürze der Zeit trotz aller Schwierigkeiten eine Feier zu organisieren.

Einen Eindruck von der intakten Dorfgemeinschaft hatte Kreisbeigeordneter Karl-Heinz Schäfer (SPD) als Vertreter des Landkreises bereits am Samstagmorgen gewinnen können, als er zusammen mit mehr als 70 Teilnehmern zur Grenzwanderung aufgebrochen war.

Ziel war zunächst die in knapp zwei Kilometern Entfernung liegende Burgruine Reichenbach, an der Peter Riemenschneider und Hans-Dieter Schulze vom Burgverein zur Geschichte informierten.

Anschließend versammelte sich die Wandergruppe unterhalb des Burgbergs an der Stelle, wo die Gemarkungen von Hopfelde, Wickersrode und Reichenbach aneinander treffen. Zur Erinnerung an die Wanderung enthüllte Ortsbeiratsmitglied Hartmut Sauber einen Gedenkstein wenige Meter vom Weg entfernt, Ortsvorsteher Udo Eberhardt lieferte zum Standort ein paar historische Daten.

Auf der angrenzenden Lichtung hielt Pfarrerin Dorothee Holzapfel einen Gottesdienst. Ottmar Freudenberg hatte mit seinem Schlepper für die Getränke vor Ort gesorgt, sodass sich die Teilnehmer vor ihrem Rückweg erfrischen konnten.

Urkunden und Geldgeschenke gab’s zum Jubiläum: Stadtverordnetenvorsteherin Inge Harder (von links), Ortsvorsteher Udo Eberhardt, Kreisbeigeordneter Karl-Heinz Schäfer und Bürgermeister Dirk Oetzel.
Urkunden und Geldgeschenke gab’s zum Jubiläum: Stadtverordnetenvorsteherin Inge Harder (von links), Ortsvorsteher Udo Eberhardt, Kreisbeigeordneter Karl-Heinz Schäfer und Bürgermeister Dirk Oetzel. © Lothar Röß

Für den Kommers waren die Tische vom gemeinsamen Mittagessen in der Mehrzweckhalle abgeräumt, als Ortsvorsteher Eberhardt die Gäste begrüßte. Und neben Karl-Heinz Schäfer konnte er auch Bürgermeister Dirk Oetzel (SPD) begrüßen, der erst kurz zuvor nonstop von der Verschwisterungsfeier im belgischen Dessel in Hopfelde gekommen.

Den Reigen der Grußworte eröffnete Stadtverordnetenvorsteherin Inge Harder, die den Hopfeldern bescheinigte, mit der Eingemeindung im Januar 1974 zwar die Eigenständigkeit, nicht aber den Zusammenhalt verloren zu haben. „Was für eine geile Dorfgemeinschaft“, erinnerte sich Bürgermeister Oetzel an seine Eindrücke bereits aus Besuchen in früheren Jahren im Ort und wertete das Miteinander der Hopfelder als ein Alleinstellungsmerkmal.

Dass die Vereine im Ort eine ganz besondere Rolle spielen, machte Udo Eberhardt unter anderem bei seinem historischen Rückblick deutlich. So ist die Leineweberzunft, offiziell gegründet in 1750, nicht nur der älteste Verein im Ort, sondern auch einer der ältesten in Hessen. Die Jagdgenossen gibt es seit 1866, die Freiwillige Feuerwehr seit 1886. Die Fußballer der Spielvereinigung Hopfelde/Hollstein sind von 1955 an aktiv, jüngster im Bunde ist der Kirmesverein, der 2012 gegründet wurde. (Lothar Röss)

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