„Ich war neugierig, es war spannend“

Schulleiter Burkhard Wieders von der Freiherr-vom-Stein-Schule geht in den Ruhestand

Schulleiter Burkhard Wieders von der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau sitzt an seinem Schreibtisch und kontrolliert eine Liste.
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Noch einige letzte Aufgaben erledigt Burkhard Wieders, bevor er in den Ruhestand geht.

Hessisch Lichtenau – Nach fünf Jahren als Oberhaupt der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau verabschiedet sich Burkhard Wieders in den Ruhestand.

Seine Gefühle sind zum Abschluss zwiegespalten.

„Ich war immer wahnsinnig gerne an der Schule und ich werde die Kollegen und Schüler vermissen“, sagt der scheidende Schulleiter. Gleichzeitig falle aber auch eine Last von ihm ab. Bis zum Ende habe er geplant und sich um Personal für das kommende Schuljahr bemüht. Und durch die Corona-Pandemie waren die letzten Monate nicht schön, aber sehr intensiv, versucht Wieders das Positive in der Situation zu sehen.

Über seine Zeit als Schulleiter zieht Burkhard Wieders eine positive Bilanz. Beim Antritt vor fünf Jahren wollte er der Schule eine bessere Ausstattung ermöglichen. Der Umbau begleitete ihn dann als einer seiner Hauptaufgaben. „Ich hätte mir gewünscht, dass er bereits fertig wäre“, sagt Wieders. Soweit wird man aber erst im kommenden Jahr sein. Mit dem bisherigen Ergebnis, der Gebäudeteil für die Sekundarstufe I ist fertig, ist Wieders zufrieden. Nun wartet die Schule noch dringlichst auf eine Wlan-Anbindung. „Wir wollen mit Tablets arbeiten, die untereinander kommunizieren sollen“, sagt Wieders und bemerkt dazu lächelnd: „Ich sage noch wir.“

Mit den neuen Räumlichkeiten wollte die Schule auch die Gemeinschaftsarbeit unter den Klassen stärken. Die pädagogischen Schulungen dazu fanden eine Woche vor der Corona-Schließung statt. „Bisher konnten wir das leider noch nicht umsetzen“, bedauert Wieders.

Als weiteres Ziel wollte er mit attraktiven Angeboten den sinkenden Schülerzahlen entgegenwirken. „Sie haben sich zumindest stabilisiert“, zieht Wieders Bilanz. Das habe er aber auch den Intensivklassen zu verdanken, in denen Schüler aus anderen Ländern Deutsch lernen.

Dass die Freiherr-vom-Stein-Schule eine große Schule mit vielen Angeboten bleibt, war Wieders wichtig, das sei auch wichtig für den Ort. Dadurch hätten sich auch einige Schüler aus Helsa oder Kaufungen entschieden, nach Hessisch Lichtenau statt nach Kassel zu gehen.

Dass er einmal Schulleiter wird, hätte er als junger Lehrer nicht gedacht. „Das war nie mein Ziel. Damals fand ich es schlimm, wenn ich vor 200 Leuten reden musste.“ Später machte er es gern. Besonders seine Zeit als Oberstufenleiter hat ihm Spaß gemacht. Dass er Schulleiter wurde, habe sich durch die Umstände ergeben: „Ich war neugierig, es war spannend.“

„Mir war wichtig, dass ich auch unterrichte“, sagt Wieders. Deswegen war er fast bis zum Schluss auch als Klassenlehrer aktiv. Als Lehrer für Englisch und evangelische Religion zählt er die Fahrten nach England und Irland zu seinen Höhepunkten.

Mit dem Ruhestand kommen neue Pläne: Burkhard Wieders bezeichnet sich selbst als Frankreich-orientiert, da seine Frau von dort kommt. Deswegen würde er gern mehr dorthin verreisen. Zudem will er viele Dinge verstärken, die er immer schon gern gemacht hat. Dazu zählt das Lesen von Krimis. „Eventuell werde ich auch noch mal die jungen Leute an der Uni nerven.“ Da interessieren ihn Geschichte, Sprachgeschichte und Literatur.

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