Intelligent, agil und arbeitseifrig

Meisterschaften der Border-Collie-Hütehunde in Hessisch Lichtenau

Machten den dritten Platz: Hendrik Kienker aus dem mecklenburgischen Japzow mit Border Collie Mick.
+
Machten den dritten Platz: Hendrik Kienker aus dem mecklenburgischen Japzow mit Border Collie Mick.

In Hessisch Lichtenau maßen sich Border-Collie-Hütehunde in den Deutschen Meisterschaften.

Hessisch Lichtenau – Aus einigen 100 Meter Entfernung haben die Border Collies Schafe zusammengetrieben. Sie halfen ihrem Hütepartner, einzelne Tiere von der Herde zu trennen und in einen Pferch zu manövrieren. Anspruchsvolle Aufgaben hatten zwölf Hütehunde im Finale der Deutschen Meistschaft zu lösen. Die Arbeitsgemeinschaft Border Collies Deutschland richtete den Wettkampf in Hessisch Lichtenau aus.

Kaum zu erkennen waren die Schafe, die gut 500 Meter entfernt weideten. Mit großen Sätzen schoss der Border Collie davon, an einem Waldstück vorbei, einen Hügel empor. Der Schäfer dirigierte den Hund mit Pfiffen über die große Entfernung hinweg in weitem Bogen um die Schafe herum. Sanft, aber nachdrücklich angetrieben vom Hund setzten sich die Wiederkäuer in Bewegung. Würde der Vierbeiner zubeißen, disqualifizierten ihn die beiden Wettkampfrichter. Beim Schäfer angekommen, hatte der Hund in eine andere Richtung zu rennen, wo in einigen 100 Meter Entfernung eine zweite Schafherde weidete.

„Border Collies sind Hütehunde aus dem Gebiet an der englisch-schottischen Grenze (Border)“, berichtet Schäfer Alexander Schlauch. Er stellt der Arbeitsgemeinschaft seit vergangenem Jahr das weitläufige Gelände beim Flugplatz sowie die nötigen Schafe zur Verfügung. Im Norden Englands weiden die Schafe verstreut über ein weites, hügliges Gebiet. Eine der Rassen heißt Collie. Gibt der Schäfer einen entsprechenden Befehl, sammeln die Border Collies die Tiere ein. Um die besten Hunde für die Weiterzucht zu ermitteln, richten die Farmen seit 1873 Wettkämpfe aus.

Diese Tradition pflegen auch die deutschen Schäfer, die die intelligenten und arbeitseifrigen Border Collies in den 1980er Jahren für sich entdeckten. „In Deutschland sind die Anforderungen an einen Hütehund eigentlich andere“, sagte dazu Claudia Manß, die mit ihren 300 Schafen und 50 Ziegen zwischen Epterode, Rommerode und Walburg Landschaftspflege betreibt. In Deutschland mussten Hütehunde einst Herden mit mehreren 100 Schafen eng beieinander halten, damit sie nicht auf angrenzenden Äckern oder Weiden Schäden verursachten. Gebraucht wurden dafür „mobile Zäune“, Hunde, die unermüdlich auf einer Linie auf und ablaufen. In der Landschaftspflege, mit der viele Schafhalter heute ihren Lebensunterhalt verdienen, ähneln die Anforderungen an die Hunde jedoch mehr denen der englisch-schottischen Grenzregion.

So setzt Schäfer Schlauch zwei, Manß fünf Border Collies ein. Die Hunde gehorchen aufs Wort und flankieren die Herde. Sie helfen beim Aussondern von Tieren, deren Klauen gepflegt oder die entwurmt werden müssen. „Um an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können, benötigen die Hunden ein zwei- bis vierjähriges Training“, sagt Schlauch. Er und Manß haben daher nur zugeschaut.

An drei Tagen traten insgesamt 84 Hunde an. Den ersten Platz machte Eckhard Sievers mit seinem Hund Dell. Mit Border Collie Cap belegte er zudem Platz zwei. Dritter wurde Hendrik Kienker mit Mick. (Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.