„Geht ehrlich damit um“

Internationaler Brustkrebstag: Betroffene aus Hessisch Lichtenau will motivieren

Eleonore Bänsch ist nach ihrer Krebserkrankung wieder fit.
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Eleonore Bänsch ist nach ihrer Krebserkrankung wieder fit.

Eleonore Bänsch möchte vor allem eins: Frauen motivieren. Motivieren, regelmäßig zur Brustkrebs-Vorsorge zu gehen, aber auch, offen damit umzugehen, sollten sie erkranken.

Hessisch Lichtenau – Denn die agile Hessisch Lichtenauerin weiß, wovon sie spricht. Schon zum zweiten Mal hat sie die Erkrankung überstanden.

Zum ersten Mal kam die Diagnose „Brustkrebs“ 2009 – es folgten 39 Bestrahlungen und zehn Jahre Ruhe. „Letztes Jahr im September war ich zur Kontrolle“, erinnert sich die 73-Jährige. „Der Doktor sagte, da ist etwas, er kann aber nicht sagen, was.“ Also ging es für sie ins Brustzentrum des Elisabeth-Krankenhauses in Kassel. Innerhalb weniger Tage hatte Eleonore Bänsch eine Untersuchung im MRT und es wurden Gewebeproben entnommen.

Das Ergebnis: Der Krebs war zurückgekehrt. Es folgten Chemos. „Die haben mich umgehauen“, sagt sie. Wer Eleonore Bänsch heute sieht, glaubt nicht, dass die lebenslustige Frau sich zu dieser Zeit nur mit dem Rollator fortbewegen konnte. „Am Montag bekam ich die Chemo und ab Mittwoch war ich schlapp“, erinnert sie sich. Auch der Appetit ließ nach. In nur zwölf Wochen nahm sie elf Kilo ab.

Im März wurde ihr dann die Brust abgenommen, „nach der Operation bin ich aufgestanden, als wäre nichts gewesen“, erinnert sie sich. Nur drei Tage später wurde sie entlassen. „Es war toll, wie das Team sich gekümmert hat“, ist Eleonore Bänsch voll des Lobes.

„Die Schwestern sind nicht mit Gold zu bezahlen.“ Egal ob auf Station oder in der Chemo-Abteilung, immer habe das Personal ein offenes Ohr gehabt. In der Klinik habe sie aber auch anderes erlebt. Junge Frauen, die von ihren Angehörigen gehört hätten, dass sie doch kaum erkrankt seien. Dabei sei die Unterstützung durch die Familie so wichtig, sagt Eleonore Bänsch.

„Ich schwöre darauf, mir geht es nur so super, weil ich meine Familie und das Team im Krankenhaus hatte“, sagt sie und appelliert an alle Frauen: „Geht regelmäßig zur Vorsorge. Und wenn Ihr betroffen seid, redet darüber. Auch wenn es Euch schlecht geht, damit man Euch dann in Ruhe lässt. Geht ehrlich damit um.“ (Nicole Demmer)

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