Umstellung der Technik

Jetzt funkt die Wasseruhr in Hessisch Lichtenau

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Die neue Wasseruhr wurde bei Bianka Dücker (rechts), Ortsvorsteherin in Hollstein, eingebaut. Auszubildende Selina Bülow zeigt Bürgermeister Michael Heußner die Unterschiede. 

Hessisch Lichtenau – Die technische Entwicklung macht auch vor Hessisch Lichtenaus Kellern nicht halt: Die Haushalte in allen Ortsteilen haben, bis auf wenige Ausnahmen, neue Wasseruhren von der Stadt bekommen.

Größter Vorteil und gleichzeitig Angstfaktor bei einigen Bürgern ist die Funktechnik in der Wasseruhr. Denn der Zähler kann den Wasserstand in einem 300-Meter-Radius nach außen funken, sodass zum Ablesen niemand mehr mit einem Termin ins Haus kommen muss.

Dadurch entstand aber auch die Befürchtung, dass die Daten Unbefugten zugänglich seien. Daten wie, wer wann duscht, und wann überhaupt kein Wasser fließt, weil alle Bewohner im Urlaub sind.

In diesem Punkt beruhigt Bürgermeister Michael Heußner: „Die Uhr sendet nur die Gerätenummer, den aktuellen Stand und gegebenenfalls einen Fehlercode, falls es ein Problem gibt.“ Detaillierte Protokolle können nur mit einem speziellen Auslesegerät vor Ort abgelesen werden. Auch vor Hackerangriffen müsse man deswegen keine Angst haben.

„Die Wasseruhr funkt die Daten nur, wenn ich sie anfrage“, sagt Wassermeister Tassilo Schröder. Das passiere einmal im Jahr zum Ablesen, auf Kundenwunsch und bei Auffälligkeiten im Wassernetz.

Das Ablesen wird dank der neuen Uhr sehr viel einfacher. Tassilo Schröder und seine Kollegen fahren die Ortschaften ab und sammeln im Vorbeifahren die Daten ein. „Wir haben zum Test in Hopfelde und Hollstein rund 200 Wasserzähler abgelesen, das haben wir in 35 Minuten geschafft.“

Das Ablesen geht damit nicht nur schneller, sondern auch fehlerfrei. „Viele Bürger senden uns ihren Zählerstand noch per Postkarte. Da kann schon der erste Fehler beim Eintragen passieren und wenn die Stadtmitarbeiter die Werte ins System übertragen, können sich ebenfalls Fehler einschleichen“, sagt Michael Heußner. Zudem werde mit den neuen Uhren auch Geld gespart: „Allein mit dem Versenden der Briefe, um auf die Ablesung hinzuweisen, hatten wir Portokosten von über 3000 Euro.“ Mit Arbeitskosten wäre die Stadt schnell bei 15 000 Euro, schätzt Heußner.

Zudem ermöglicht der neue Zähler, genau am Stichtag abzulesen. „Auch wenn wir erst am 2. Januar ablesen fahren, kann uns der Zähler den Stand vom 31. Dezember 24 Uhr sagen“, sagt Schröder.

Den Wasserfluss misst die Uhr per Ultraschall. Dabei befinden sich keine mechanischen Teile mehr im Wasser, die es verunreinigen könnten. Zudem wird die Uhr vakuumversiegelt geliefert und ist damit noch hygienischer.

Ein weiterer Vorteil der neuen Uhr: Sie muss nicht mehr alle sechs Jahre ausgetauscht werden, sondern ist für eine Nutzungsdauer von 15 Jahre vorgesehen.

„Nach sechs Jahren muss ein gewisser Prozentsatz nachgeeicht werden, aber halten sollen sie 15 Jahre“, sagt Heußner. Eine Funktion der Wasseruhr schätzt Wassermeister Schröder besonders: Sie kann Lecks erkennen. „Steht in einem Haushalt innerhalb von 24 Stunden die Uhr nicht einmal still, meldet sie einen Fehler.“

Im Display erscheint dann eine Fehlermeldung, die von den Mitarbeitern des Wasseramtes ausgelesen werden kann. So gelang es Schröder bereits in Fürstenhagen, zwei laufende Spülkästen ausfindig zu machen.

Die Anschaffungskosten des Funkmodells liegen bei 80 Euro pro Wasseruhr, eine herkömmliche kostet um die 30 Euro. „Der Einbau ist bei beiden Modellen der gleiche Aufwand“, sagt Schröder.

In Hessisch Lichtenau ist der Umbau so gut wie abgeschlossen. In Sontra wird seit 2018 nach und nach mit Ablauf der Eichfrist auf die neuen Wasseruhren umgestellt. In Großalmerode werden sie für schwer zugängliche Stellen und an Schulen und Betrieben verwendet, aber noch nicht für Privathaushalte.

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