Helfer warteten stundenlang

Hessisch Lichtenau: Die ersten Flüchtlinge kamen erst in der Nacht

Hessisch Lichtenau. Stundenlang warteten am Mittwoch zahlreiche Helfer auf die Ankunft der Flüchtlinge in der neu eingerichteten Zeltstadt in Hessisch Lichtenau. Die kamen aber erst in der Nacht.

Seit 14 Uhr am Mittwoch waren unter anderem Polizisten, Mitarbeiter des DRK, zehn Dolmetscher sowie Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Kassel im Einsatz.

Regen hinterlässt Spuren: Rund um das Versorgungszelt und die Sanitätszelte stehen am Mittwochmorgen noch große Pfützen. Die 50 Helfer befestigen die Wege noch einmal mit Schotter und Hackschnitzeln. 

Doch erst in der Nacht kamen die ersten 45 Flüchtlinge an. Welche Ursache die Verzögerung hatte, ist derzeit nicht klar.

Aus dem hessischen Sozialministerium teilte Pressesprecher Markus Büttner auf Anfrage unserer Zeitung am Mittwoch mit: "Die Flüchtlingsunterkunft in Hessisch-Lichtenau ist aktuell für etwa 220 Personen ertüchtigt." Woher die Flüchtlinge kommen - aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen oder einer anderen Unterkunft - ist ebenfalls unklar. Insgesamt sollen einmal 580 Flüchtlinge in der Zeltstadt untergebracht werden.

Am Mittwochmorgen war der Aufbau des Zeltlagers für Flüchtlinge auf dem Hartplatz in Hessisch Lichtenau fast abgeschlossen. Ein Bauzaun mit einem weißen Sichtschutz umgibt das Gelände.

Aktualisiert am Donnerstag um 10 Uhr

„Wir kümmern uns nur noch um den Anschluss der Heizung und prüfen, ob alles funktioniert“, sagt Christian Sasse, Kreisbrandinspektor des Kreises und Verantwortlicher für den Aufbau des Zeltlagers, am Vormittag.

Eine Schwierigkeit stellt jedoch die Befestigung der Wege dar. „Es haben sich an einigen Stellen rund um das Versorgungszelt große Pfützen gebildet, die wir mit Schotter und Hackschnitzeln auffüllen müssen“, sagt Sasse. Ein Bagger soll nochmal planieren, bevor der Schotter geliefert wird. „Wir hoffen, er kommt pünktlich, es gibt einen Engpass mit Schotter und Hackschnitzeln.“

Am Vortag haben die etwa 250 Helfer noch bis 20 Uhr das Lager aufgebaut: Sie haben die Zelte fertig eingerichtet, die Duschzelte aufgebaut und angeschlossen sowie das Versorgungszelt mit Tischen und Bänken ausgestattet. „Wir haben Bierzeltgarnituren gestellt. Etwa 500 Menschen können dort sitzen.“

Am Mittwoch waren noch 50 Helfer da, die letzte Arbeiten erledigten. So sollten im Versorgungszelt auch Gegenstände für den täglichen Bedarf, wie Wasser und Tee, gelagert werden. „Die Mahlzeiten werden dort ausgegeben, kochen tut ein Caterer aus Baunatal“, sagt Sasse. Es sei noch nicht sicher, wie die Nahrungsausgabe geregelt wird. „Wir müssen noch planen, wie wir die Schlange zum Anstehen verteilen, damit die Menschen nicht draußen im Regen stehen müssen.“

Betreiber des Lagers sind die Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Witzenhausen und Eschwege. Markus Bechtel ist der organisatorische Leiter der Zeltstadt in Hessisch Lichtenau. „Das Regierungspräsidium hat uns gefragt, ob wir die Zeltstadt betreiben möchten. Für uns war das eine Herzensangelegenheit“, sagt er. Bis jetzt habe das DRK beim Aufbau geholfen, die Betreuung hatte es noch nicht. „Wir sind jetzt dafür zuständig, dass die Einrichtung läuft“, sagt Bechtel.

Das DRK sei für die Betreuung der Flüchtlinge verantwortlich. Dazu gehört beispielsweise das Planen eines Kinderprogrammes, und natürlich dass die Menschen Ansprechpartner bei Problemen haben. Außerdem stelle das DRK die medizinische Versorgung und Betreuung. „Zwei Sanitäter sind rund um die Uhr im Einsatz. Sie haben einen containerähnlichen Raum, an den ein voll ausgestatteter Rettungswagen angegliedert ist“, erklärt Bechtel. Falls ein Flüchtling krank werden sollte, wird er in einem von drei Zelten der Sanitäter untergebracht. „Wir freuen uns darauf, diese Verantwortung übernehmen zu dürfen“, sagt Bechtel.

Aufbau der Zeltstadt auf dem Sportplatz in Hessisch Lichtenau

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