„Orthopädie aus einem Guss“

Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau übernimmt Kasseler Praxis

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Die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau  übernimmt die Orthopädisch-chirurgische Praxisklinik in Bettenhausen

Die Orthopädische Klinik in Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) übernimmt zum 1. Januar 2020 die Orthopädisch-chirurgische Gemeinschaftspraxis in Kassel-Bettenhausen (OCP).

Arthrose in Knie, Hüfte oder Schulter, Bänderriss, Karpaltunnelsyndrom oder Hallux Valgus: Für jährlich 35.000 Patienten ist die Orthopädisch-chirurgische Praxisklinik (OCP) in Kassel-Bettenhausen Anlaufstelle, wenn es um Therapie und ambulante Operationen geht. 

Sie wird es bleiben – auch wenn die Gemeinschaftspraxis um Orthopäde Dr. Gerd Rauch ab Januar als Versorgungszentrum in der MVZ Lichtenau gGmbH weitergeführt wird. 

Über den Kaufpreis wird geschwiegen 

Die Tochter der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau wird die Kasseler Gemeinschaftspraxis an der Leipziger Straße – nach eigenen Angaben die größte Praxisklinik Nordhessens – übernehmen. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Von dem Zusammenschluss versprechen sich beide Seiten Vorteile: „Im Zusammenspiel mit der Orthopädischen Klinik und der angeschlossenen Rehaklinik entsteht ein zukunftsorientiertes Versorgungsmodell, mit dem wir die Behandlungsqualität für die Patienten weiter verbessern wollen“, erläuterte Rauch gestern die Pläne. Er wird als Ärztlicher Leiter des künftigen „MVZ OCP Kassel“ und außerdem als Medizinischer Geschäftsführer der MVZ Lichtenau fungieren. 

Sicherung des Standorts in Kassel ein Lebenswerk

Den Kasseler Standort zu sichern, das sieht der 60-Jährige, der „noch vier, fünf Jahre arbeiten“ will, auch als Lebenswerk. Alle rund 70 Mitarbeiter habe man zu den gleichen Konditionen übernommen. Wie aber macht man sich für den Nachwuchs attraktiv? Der Zusammenschluss böte den Vorteil, junge Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie künftig im Verbund weiterzubilden. 

Schon jetzt zeichne sich auch bei Orthopäden und Chirurgen ein Nachwuchsmangel ab. „Wir brauchen andere Arbeitszeitmodelle“, sagt Mediziner Rauch. Und: „Wir wollen weiblicher werden.“

Die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau  übernimmt die Orthopädisch-chirurgische Praxisklinik in Bettenhausen. Unser Bild zeigt (von links) Pfarrer Dieter Christian Peuckert, theologischer Vorstand Lichtenau e.V., Matthias Adler, Geschäftsführer der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau, und Orthopäde Dr. Gerd Rauch.

Matthias Adler, der Geschäftsführer der Orthopädischen Klinik, verspricht, dass das Angebot Bettenhäuser Praxis in vollem Umfang erhalten bleibe. Die bisherigen Inhaber und praktizierenden Ärzte – neben Rauch sind dies Dr. Anja Pohlner und Andreas Nickel sowie Dr. Dirk Reedwisch, Dr. Thomas Saul und Caspar Toellner – werden weiterhin am Standort tätig sein. Aber eben auch – wie bisher – Operationen in Hessisch Lichtenau sowie in den Kasseler Agaplesion Diakonie Kliniken anbieten. Kürzere Wege versprechen sich beide. Ob Austausch von Befunden, Röntgenaufnahmen oder Arztbriefen – alles gehe künftig schneller.

Pfarrer Peuckert: „Das passt gut zusammen“

Mit der Übernahme könnten sich die medizinischen Angebote im ambulanten und stationären Sektor besser verzahnen – sektorenübergreifende Versorgung lautet der Fachbegriff. Von konservativer über die operative Behandlung bis zur Rehabilitation biete man alles aus einer Hand, kündigte Adler an. 

„Orthopädie aus einem Guss“, nennt er das neue Versorgungsmodell. Rauch ist überzeugt, dass das die Zukunft von Großpraxen sein wird. Er freue sich, dass man mit Lichtenau e.V. die Diakonie als Partner gewonnen habe – und „keine Investorenketten“.

„Das passt gut zusammen“, findet auch Pfarrer Dieter Christian Peuckert, theologischer Vorstand von Lichtenau. Für eine Gesellschaft, die ins „orthopädische Alter“ komme, brauche es entsprechende Strukturen in der Region.

Hintergrund: Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau

Die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau gehört zum diakonischen Verbund des Vereins Lichtenau, der mit vielen Gesellschaften zwischen Hessisch Lichtenau und Kassel, im Werra-Meißner- und Schwalm-Eder-Kreis sowie im Landkreis Kassel vertreten ist. 

Die Orthopädische Klinik zählt nach eigenen Angaben zu den renommiertesten ihrer Art in Deutschland mit jährlich rund 5000 stationären und 7000 ambulanten Patienten. Sie unterhält Fachabteilungen für Allgemeine Orthopädie/Traumatologie, Wirbelsäulenorthopädie und ein Querschnittgelähmtenzentrum.

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