Beamte informieren über Enkeltrick und Co.

Aktion „Polizeiladen auf Tour“ in Hessisch Lichtenau: Keine Chance für Betrüger

Interessiert: Gertrud Orth informierte sich am Stand des Polizeiladens in Hessisch Lichtenau bei Hauptkommissarin Susanne Gottmann und Oberkommissar Christian Bültemann zu den Themen Einbruch und Trickdiebstahl.
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Interessiert: Gertrud Orth informierte sich am Stand des Polizeiladens in Hessisch Lichtenau bei Hauptkommissarin Susanne Gottmann und Oberkommissar Christian Bültemann zu den Themen Einbruch und Trickdiebstahl.

Immer noch fallen viele Senioren auf Enkeltricks und ähnliche Betrugsversuche rein. In Hessisch Lichtenau leistete die Polizei jetzt Aufklärungsarbeit und gab Tipps.

Hessisch Lichtenau – Wie kann ich mich wirksam vor Einbruch und Trickdiebstahl schützen? Darüber informierten Hauptkommissarin Susanne Gottmann und Oberkommissar Christian Bültemann von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen Besucher des Lichtenauer Wochenmarkts am Freitag.

Die Lossestadt war die letzte Station der Aktion „Polizeiladen on Tour“: Dabei boten Beamte acht Wochen lang in Nordhessen jede Woche auf einem anderen Wochenmarkt eine kostenlose Beratung an. Im Werra-Meißner-Kreis zählte vier Wochen zuvor auch Eschwege dazu.

Schwerpunkte waren in diesem Sommer nicht nur die Themen „Einbruch“ und „Wachsamer Nachbar“, sondern auch Trickdiebstahl. Beim letzteren drehte es sich insbesondere um sogenannte „Säm-Delikte“, Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Als gefährdet gelten für die Polizei Menschen ab 60 Jahren, unabhängig von sozialem Status und Bildungsstand. In dem Alter sei ein Nachlassen der geistigen Fähigkeiten zu beobachten, die Aufmerksamkeit zu bestimmten Themen gehe zurück. Zudem seien ältere Menschen oft mit moderner Technik überfordert, führte Bültemann die Argumente für die Festlegung der kritischen Altersgrenze an.

Mit Beispielen, wie Trickdiebe gern vorgehen, konfrontieren die Beamten bevorzugt Senioren. Denn obwohl in den Medien immer wieder vor dem Enkeltrick gewarnt wird, fallen ältere Menschen nach wie vor darauf rein. „Hallo Oma“ oder „Hallo Opa“ – der typische Einstieg eines Betrügers in das Gespräch. Der vermeintliche Enkel schildert dem Senior eine frei erfundene Notlage, weshalb er sofort Geld benötige. Will das Opfer helfen, wird immer mitgeteilt, dass ein Bekannter das Geld abholen müsse, da der „Enkel“ verhindert sei.

In solchen Fällen rät die Polizei: Reagieren Sie mit Misstrauen, wenn sich jemand am Telefon als Verwandter oder Bekannter ausgibt. Informieren Sie andere Familienangehörige über den Anruf. Rufen Sie nicht die vom angeblichen Verwandten mitgeteilte Rufnummer zurück. Händigen Sie niemals Fremden Geld aus!

Die betrügerischen Anrufer rufen ihre Opfer häufig aus dem Ausland an, versuchen, Vertrauen aufzubauen, und vereinbaren teilweise erst nach mehreren Telefonaten die Abholung der Beute bei den Senioren. Die Anrufer sind keinesfalls zu unterschätzen, betonen die Kriminalbeamten. Sie seien in Gesprächsführung gut geschult und wirkten überzeugend. Zeige sich der Angerufene kritisch, übten die Täter mitunter massiven Druck aus und drohten sogar mit einer Strafanzeige, falls das Opfer nicht zahlen will. Der Rat der Kommissare: Legen Sie auf, wenden Sie sich umgehend an die nächste Polizeidienststelle oder rufen Sie die Notrufnummer 110 an.

Die Beamten weisen auch auf Personen hin, die sich als angebliche Handwerker, in amtlicher Funktion oder Polizisten Zugang zur Wohnung verschaffen wollen, und warnen: Alle Täter verfolgen nur das Ziel, an Geld oder Wertgegenstände zu kommen. Statt sie reinzulassen, sollte man sich Ausweise zeigen lassen und Hilfe holen. (Lothar Röß)

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