Kita-Gebühr in Hessisch Lichtenau steigt um 11,50 Euro

Hessisch Lichtenau. Monatelang hatten die Diskussionen um eine Erhöhung der Gebühren für die vier Kindergärten in Hessisch Lichtenau sich hingezogen. Am Freitag hat das Parlament nun eine Entscheidung gefällt.

Die Kita-Kosten steigen pro Monat und Kind um 11,50 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um rund acht Prozent. Eine Anhebung in dieser Höhe war bereits für das Jahr 2016 vorgesehen, wurde aber nicht umgesetzt (wir berichteten). Für August 2017 stand dann ein Anstieg von rund 19 Prozent im Raum, was für einige Eltern einen Anstieg um bis zu 45 Euro monatlich bedeutet hätte. Darauf hagelte es Protest.

In der vorausgegangenen Stadtverordnetenversammlung war deshalb beschlossen worden, einen Arbeitskreis zum Thema Kita-Gebühren einzurichten. Eltern sowie Vertreter aus den Reihen der Träger, der Politik und der Verwaltung kamen zweimal an einem runden Tisch zusammen, um über eine tragbare Erhöhung der Beiträge zu beraten. Das Ergebnis von 11,50 Euro pro Monat lag schnell auf dem Tisch und fand die mehrheitliche Zustimmung der Politiker.

Einzig ein Antrag aus den Reihen der SPD-Fraktion, der während der Sitzung des Ausschusses für Ordnung und Soziales vorgebracht wurde, sorgte kurz für Verwirrung. Ein Stadtverordneter forderte, die Entscheidung erneut zu vertagen, um nochmals beraten zu können, was aber scheiterte. Ein weiterer Aufschub der Entscheidung wäre zudem für die Planung der Kita-Träger, also für Stadt, evangelische Kirche und Awo, nicht hinnehmbar. „Wir sind bereits jetzt schon spät dran“, sagte Heußner.

Er wies darauf hin, dass die Anhebung des Beitrags um 11,50 Euro weit entfernt davon wäre, was eigentlich zur Finanzierung benötigt werde. Darüber hinaus riskiere die Stadt Zuschüsse aus dem Landesausgleichsstock, wenn nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, benötigtes Geld aus anderen Quellen einzunehmen – also auch von den Eltern für Kindergartenbeiträge. Heußner mahnte: „Wir bauen keine Schulden ab, sondern sorgen nun dafür, dass später diejenigen dafür bezahlen, für die wir jetzt vermeintlich etwas rausholen.“

Um die Finanzierungslücke zu schließen, wäre laut Heußner eine Erhöhung um weit über 30 Prozent nötig gewesen – nicht mal die ursprünglich geforderten 19 Prozent hätten ausgereicht. Bislang seien die Kosten für die Gebäudeunterhaltung nicht einbezogen worden. Zum August 2018 soll die Kita-Gebühr erneut beraten werden.

Weitere Berichte aus dem Lichtenauer Stadtparlament lesen Sie in unserer Dienstagsausgabe.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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