Parlament will keine Flächen der Stadt Hessisch Lichtenau vergeben

Klares Votum der Stadtverordneten gegen den Windpark bei Reichenbach

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Umstritten: Der Weg zum Eisberg bei Reichenbach, der als Rettungsweg für das Jugendlager „Große Steine“ mit eingeplant ist, würde durch den Bau eines Windrades blockiert.

Hessisch Lichtenau. Die Lichtenauer Stadtverordneten lehnen die Errichtung eines Windparks auf städtischer Fläche auf dem Eisberg bei Reichenbach ab. Das machten sie in ihrer Sitzung am Freitag in Hopfelde deutlich.

Nachdem die CDU eine offene Abstimmung beantragt hatte, erteilten 16 Abgeordnete – im Wesentlichen getragen von den Stimmen der SPD-Fraktion – dem Antrag der Firmen Ventotec und EAM Natur eine Absage. Zwölf Abgeordnete, hauptsächlich der Block der CDU, stimmten dafür, nur einer enthielt sich.

Die Stadtverordneten folgten mit ihrer Entscheidung dem Vorschlag des Haupt- und Finanzausschusses um Vorsitzende Birgit Osigus-Koch (FWG) sowie des Bau- und Umweltausschusses um Vorsitzenden Gerhard Koch (SPD), den Antrag abzulehnen. Vor allem den beiden Vorsitzenden dürften die Abstimmungen zugesagt haben, denn das Ehepaar wohnt in Reichenbach.

Mit ihrer Entscheidung hatten es sich die Stadtverordneten nicht leicht gemacht, denn erst in der dritten Sitzung kam es zur Abstimmung über den Antrag der beiden Firmen vom 28. Februar dieses Jahres. Immer wieder wurde die Entscheidung vertagt – mal, um prüfen zu lassen, inwieweit im Vorranggebiet Windenergie Fläche ESW 32 eine Bebauung mit Windenergieanlagen auch auf nichtstädtischen Flächen möglich wäre und mit wie vielen Windenergieanlagen maximal, mal, um die Stellungnahme des Ortsbeirats vorliegen zu haben. Sogar ein Ortstermin an den möglichen Standorten hatte noch eine Woche zuvor stattgefunden.

Nochmals hatte Stadtverordnetenvorsteher Robert Hollstein (SPD) an eine sachliche Diskussion appelliert, nachdem es im Vorfeld immer wieder zu Mutmaßungen gekommen war, inwieweit andere Grundstücksinhaber den Bau des Windparks auch bei einer Ablehnung durch die Stadtverordneten möglich machen können.

Obwohl Heike Wilke (Grün-linkes Bündnis) die bisherige Diskussion als leidlich und anstrengend sah, beantragte sie erneut eine Vertagung in die nächste Sitzung, um detaillierte Informationen privater Grundstücksbesitzer und eine Stellungnahme der betroffenen Waldinteressenten einholen zu können sowie eine Anfrage an Hessen Forst zu richten. Ihr Appell „Wir brauchen auch Windenergie“ und der Hinweis auf mögliche Einnahmen in Höhe von drei Millionen Euro in den nächsten 20 Jahren half wenig: Wilkes Antrag scheiterte schließlich mit 16 zu 13 Stimmen. 

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