Zu Besuch im Vereinsheim

Kulturzentrum und Treffpunkt: Die türkische Gemeinde in Hessisch Lichtenau

In ihrem Vereinshaus ist jeder herzlich willkommen: Die Mitglieder der Ditib-Gemeinde Hessisch Lichtenau (von links) Kassierer Orhan Koc, Erster Vorsitzender Yasar Yilmaz, Imam Mustafa Cubuk, Zweiter Vorsitzender Kadir Birdal und Ehefrau Ayshe Birdal. Foto: Demmer

Hessisch Lichtenau. Das Vereinsheim der türkischen Gemeinde in Hessisch Lichtenau ist mehr als ein Gebetshaus: Es ist ein Treffpunkt und kulturelles Zentrum.

Es ist einladend in den Räumen des Moscheevereins in Hessisch Lichtenau. Viel Arbeit haben die Mitglieder in den Umbau des ehemaligen Getränkeverkaufs an der Industriestraße gesteckt und die Räume - zu denen auch eine voll ausgestattete Industrieküche und ein Feierraum für bis zu 50 Personen gehören - gemütlich ausgestattet. „Uns ist wichtig zu zeigen, dass wir nicht nur ein Gebetshaus sind, sondern ein Treffpunkt und Kulturzentrum, in dem jeder willkommen ist“, betont Ayshe Birdal, bis vor Kurzem Vorsitzende des Frauenvereins innerhalb des Moscheevereins.

Herzstück des Hauses ist der Gebetsraum mit liebevoll gearbeiteten Holzschnitzereien und wertvollem Teppichboden. Mit einer mobilen Trennwand kann er für das Freitagsgebet in die traditionellen Frauen- und Männerbereiche geteilt werden. Apropos Frauen: Sie haben in ihrer Religion viele Rechte, betont Ayshe Birdal und wiederspricht damit gängigen Vorurteilen. Vereins-Kassierer Orhan Koc ergänzt, dass es zum Beispiel ab dem kommenden Jahr verpflichtend ist, dass auch Frauen dem Vereinsvorstand angehören.

Die Mitglieder des Moscheevereins pflegen ein reges Vereinsleben. Täglich treffen sich die Männer im Haus, am Wochenende steht der Imam den Jugendlichen der Gemeinde für Fragen rund um die Religion zur Verfügung. Einmal im Monat kommen die Mitglieder zu einem Buffet zusammen, dessen Erlös dem Verein zugute kommt. Wenn in knapp zwei Wochen der Ramadan - der islamische Fastenmonat - beginnt, dann trifft sich die Gemeinde jeden Samstag zum Fastenbrechen.

Aber: Nicht nur für Muslime steht das Haus offen. Gäste - zum Beispiel Jugendliche, die Billard spielen möchten - sind gerne gesehen. Auch viele Flüchtlinge besuchen das Vereinshaus. Gut 20 nehmen stets am Freitagsgebet teil.

Reges Treiben: Während der Kirmes, hier im vergangenen Jahr, ist das Vereinshaus gut besucht. Foto: Birdal/nh

Von Ressentiments gegenüber Muslimen, die von rechten Parteien geschürt werden, merkt man in Hessisch Lichtenau nichts. Grund dafür ist zum einen die Verwurzelung der Familien in der Lossestadt. „Und die Gemeinde ist langsam gewachsen“, sagt Orhan Koc. Ayshe Birdal ergänzt, durch die Mitgliedschaft in anderen Vereinen kenne man sich. Zudem versuche der Moscheeverein, Ghettoisierungen vorzubeugen.

Kirmes am Wochenende 

Dem Verein ist es wichtig, sich vorzustellen. Dafür wird einmal im Jahr eine Kirmes rund um das Vereinshaus veranstaltet. Rund 80 Prozent der Besucher waren 2015 Deutsche, berichtet Koc. In diesem Jahr findet die Kirmes von Freitag bis Sonntag, 27. bis 29. Mai, jeweils von 13 bis 20 Uhr, statt. Geboten werden unter anderem Kinderspiele und türkische Spezialitäten, der Imam steht für Fragen zur Verfügung. 26 der 39 Sponsoren sind deutsche Unternehmen - ein deutliches Zeichen, dass der Verein ein fester Teil des Lossestädter Soziallebens ist. Mehr Informationen über den Verein lesen Sie in der gedruckten Mittwochs-Ausgabe der HNA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.