Aktionswoche zu Kinderrechten

Kummerkästen für Kinder: Mehr als 200 Beiträge zu Sorgen in der Corona-Pandemie

Stadtjugendpflegerin Maike Huck und Praktikant Martin Gronau-Rautenkranz an der großen Stellwand mit der Collage aus Corona-Beiträgen von Kindern und Jugendlichen verschiedener Schulen aus dem Kreis.
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Viele Ergebnisse: Stadtjugendpflegerin Maike Huck und Praktikant Martin Gronau-Rautenkranz an der großen Stellwand mit der Collage aus Corona-Beiträgen von Kindern und Jugendlichen verschiedener Schulen aus dem Kreis.

Mehr als 200 Kinder und Jugendliche haben ihre Ängste und Sorgen in der Corona-Pandemie beschrieben und in einen der „Kummerkästen“ geworfen. Das sind die Ergebnisse.

Hessisch Lichtenau – Wie geht es Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie? Um das herauszufinden, stellte Maike Huck von der Lichtenauer Stadtjugendförderung mit ihren Praktikanten Paula Preiser und Martin Gronau-Rautenkranz an Schulen in Bad Sooden-Allendorf, Eschwege und Großalmerode kürzlich Briefkästen auf. Anlass war die Aktionswoche „Und wer fragt uns?!“ zum Thema Kinderrechte. In ihren Beiträgen konnten die Kids ihren Kummer sowohl in gemalten Bildern als auch im Text zum Ausdruck bringen. Die Bandbreite an den Schulen reichte vom Erstklässler bis zum angehenden Abiturienten. In Lichtenau hatte sich sogar eine ganze Klasse an der kreisweiten Aktion beteiligt und wie die Grundschüler aus Fürstenhagen bevorzugt Bilder gemalt – freilich alle mit Motiven von Virus und Maske.

In vielen Beiträgen kam zum Ausdruck, dass das Tragen der Masken hilft, andere zu schützen, aber auf Dauer auch sehr anstrengend sei, berichten Huck und ihr Team. Die Treffen mit Freunden und Familienmitgliedern wurden von Kindern und Jugendlichen gleichermaßen vermisst. Selbst in der Schule ist der Kontakt zu den besten Freunden nicht möglich, falls diese sie in eine andere Klasse gehen. Der Grund: In den Pausen sind die Aufenthaltsbereiche zugeordnet. Viele teilen auch die Sorge um die Gesundheit ihrer Familien, haben Angst, weil das Virus das Leben auf den Kopf stellt, momentan nichts so ist, wie sie es kennengelernt haben.

Alle Zettel finden sich in Collagen wieder, die im Lichtenauer Jugendzentrum aufbewahrt werden. Maike Huck freut sich über das Ergebnis: „Damit ist ein Zeitdokument geschaffen, mit dem sich die Kinder mit ihren Beiträgen verewigt haben.“ Eine Ausstellung der Collagen in der Eschweger Stadtbibliothek ist angedacht, Näheres steht aber noch nicht fest. Eine erste Bilanz der ganzen Aktionswoche ziehen die Organisatoren hier. (zlr)

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