Mit dem Laser erwischt: Autofahrer nehmen Blitzmarathon oft mit Humor

Temposünder fest im Blick: Hauptkommissar Edgar Meike an der Laserpistole, die genau die Geschwindigkeiten misst. Foto: Demmer

Hessisch Lichtenau. Nein, ihren Namen wollten die Autofahrer, die es gestern mit der Polizei zu tun hatten, nicht nennen. Zu unerfreulich war der Anlass, der sie an der Spangenberger Straße in Hessisch Lichtenau mit den Oberkommissaren Thomas Schröder und Thilo Wieditz zusammen brachte.

Sie wurden beim bundesweiten Blitzmarathon mit erhöhter Geschwindigkeit erwischt und müssen nun mit einer Verwarnung oder sogar einer Anzeige rechnen.

Dabei ging der Morgen eigentlich gut los. An der ersten Messstelle kurz vor der Einmündung der Spangenberger Sraße auf die B 7 hatte Hauptkommissar Edgar Meike seine Radarpistole zwischen Hecken aufgebaut, um mögliche Raser zu erwischen. Bewusst habe man an dieser Stelle eine Tempo-50-Zone errichtet, erklärte er, zu groß sei die Gefahr, dass Autos an der Stelle aus der Kurve getragen werden - zum Beispiel durch Blitzeis. Die Autofahrer schienen das auch zu wissen und fuhren angepasst - oder sie hatten im Vorfeld gelesen, wo die Polizei zum Blitz-Marathon messen wird. Aber: „Keinen gefangen ist auch ein Ergebnis“, betonte Meike. Wenn die Hinweise im Vorfeld dafür sorgten, dass langsam gefahren werde, habe die Aktion ihren Sinn erfüllt.

Mehr zu tun bekamen die Beamten dann jedoch nach ihrem Umzug an die Tempo-50-Zone gegenüber der Erstaufnahmeeinrichtung Senkefeld. Bereits nach wenigen Minuten wurde der erste Verkehrssünder mit 64 Stundenkilometern erst durch Thilo Wieditz in die Nebenstraße gewunken - und dann mit Handschlag begrüßt. Ab und an kennt man sich, so Wieditz, „das passiert schon mal im ländlichen Raum.“ Eine Hilfe ist Bekanntschaft bei Vergehen allerdings nicht: Für die Geschwindigkeitsübertretung wurden 20 Euro fällig.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Auf eine junge Frau, die 23 Stundenkilometer zu schnell war und dank dem Abzug von drei Stundenkilometern Toleranz gerade noch so um Punkte in Flensburg herum kam, folgte ein Audi - auch rund 20 Kiometer zu schnell. Während Thomas Schröder ihn auf sein Vergehen hinwies und die notwendigen Daten aufnahm, ging den Beamten ein richtig flinker Fahrer durch die Lappen. Mit 93 Stundenkilometern raste ein Mercedes vorbei. Glück für den Fahrer, dass die Polizisten gerade anderweitig beschäftigt waren.

Weniger Glück hatte ein Motorradfahrer, der mit seiner Leihmaschine 74 Stundenkilometer auf dem Tacho hatte. Er wird demnächst Post vom Regierungspräsidium erhalten und 70 Euro Strafe zahlen müssen. Die drohende Anzeige kommentierte er trocken mit: „Ich habe noch gesagt, es gibt einige Doofe, die nicht an den Blitzmarathon denken. Und jetzt hat es mich selbst erwischt.“

Ähnlich humorvoll nahmen übrigens alle Temposünder ihr unfreiwilliges Intermezzo mit der Polizei. (nde)

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