Chinesische Medizin

Klinik in Hessisch Lichtenau kooperiert mit Ärzten aus China 

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Ergänzende Therapie: Während Dr. Biwei Cao (rechts) eine Patientin nach TCM behandelt, schauen (von links) Dr. Tian Mao, Dr. Franz-Josef Müller und Dr. Lei Chen zu.

Hessisch Lichtenau. Mit dem Besuch zweier Mediziner einer Universitätsklinik in China soll die Kooperation beider Krankenhäuser intensiviert werden.

Dr. Biwei Cao hat eine Hand auf die Stirn seiner Patientin gelegt, die andere in den Nacken. Mit geübten Griffen prüft er die Motorik. Nebenan im Regal liegen Akupunktur-Nadeln, auf dem Beistellwagen stehen Schröpfgläser. Der Privatdozent aus der chinesischen Zwölf-Millionen-Stadt Wuhan ist Experte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Mit seinem Kollegen Dr. Tian Mao ist er bis Ende April in der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau zu Gast. 

Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein auf TCM spezialisierter Arzt für kurze Zeit in der Klinik hospitierte, soll mit dem ersten längeren Besuch der beiden Mediziner aus der Universitätsklinik „Hubei Provincial Hospital of TCM“ nun eine Kooperation zwischen beiden Krankenhäusern weiter ausgebaut werden.

Vorteil für die Klinik in Hessisch Lichtenau: Während ihres Aufenthalts ergänzen die beiden chinesischen Spezialisten das Therapieangebot um eben die traditionellen Techniken, die in China ganz selbstverständlich mit der westlichen Medizin einhergehen, sagt Klinik-Vorstand Dieter Christian Peuckert. 

Akupunktur, Manualtherapie, Wärmebehandlung

Dazu gehören unter anderem Akupunktur, Manualtherapie, punktuelle Wärmebehandlung und die Aktivierung von Leitbahnen – um die ganze Bandbreite der TCM zu lernen, benötige es sieben bis zehn Jahre, erklärt Dr. Lei Chen. Der aus China stammende Arzt arbeitet an der Orthopädischen Klinik und ist Dreh- und Angelpunkt für den Austausch. 

Nicht nur, dass er übersetzt, er wird sich auch in TCM weiterbilden. Ein zweiter Kollege aus Deutschland habe ebenfalls bereits Interesse gezeigt, so Franz-Josef Müller, Chefarzt der Orthopädie und Traumatologie. Er selbst hat im Herbst 2017 eine Woche die Klinik in Wuhan besucht.

Für Schmerzen nach Operationen

Vor allem in der Schmerz- sowie in der Weiterbehandlung sei TCM eine Ergänzung, sagt Müller. Die Methoden könnten zum Beispiel dabei helfen, Schmerzen nach Operationen zu behandeln. Zudem gebe es Krankheiten wie Arthrose, bei denen man gegebenenfalls durch eine TCM-Behandlung eine Operation verhindern könne. Von den Patienten gebe es ein großes Interesse am Zusatzangebot.

Apropos Operation: Da sei man auf dem gleichen Standard, lediglich ein paar Kniffe könne man austauschen, berichten die Ärzte aus Deutschland und China. Und was nehmen Dr. Biwei Cao und Dr. Tian Mao mit, wenn sie Ende des Monats wieder zurück in die chinesische Millionen-Metropole reisen? 

Informationen über die effektiven Strukturen des Hauses und die individuelle Betreuung der Patienten. „In Wuhan hat der Arzt nicht soviel Zeit für den Patienten und es gibt ein anderes medizinisches System“, übersetzt Chen die Ausführungen seiner Kollegen.

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