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Lichtenauer Grundschüler übergeben Spenden für Flüchtlinge an Arche

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Von: Evelyn Paul

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Sie wollen helfen: Die Schulsprecher Leonard (10) und Angelina (9) der Grundschule in Hessisch Lichtenau übergeben mit der stellvertretenden Schulleiterin Sandra Kalthoff (links) ihre Spende von 453,16 Euro an Arche-Leiterin Rafaela Pax.
Sie wollen helfen: Die Schulsprecher Leonard (10) und Angelina (9) der Grundschule in Hessisch Lichtenau übergeben mit der stellvertretenden Schulleiterin Sandra Kalthoff (links) ihre Spende von 453,16 Euro an Arche-Leiterin Rafaela Pax. © Evelyn Ludolph

Das Herz am rechten Fleck haben offensichtlich die Kinder der Grundschule in Hessisch Lichtenau: Sie haben für die Menschen, die aus der Ukraine vor dem Krieg geflüchtet sind, Geld gesammelt und an das Familienzentrum Arche in Hessisch Lichtenau übergeben.

Hessisch Lichtenau – Die jungen Schüler haben die Nachrichten und Bilder aus der Ukraine von Anfang an beschäftigt, berichtet Sandra Kalthoff, die stellvertretende Schulleiterin. Das zeigte sich auch im Schülerrat, der jede Woche zusammenkommt. Dort berichten die Kinder stellvertretend für ihre Klassen, welche Probleme, Fragen und Wünsche sie haben.

Durch die Nachrichten über den Krieg stellten Schüler und Lehrer ein Gefühl der Machtlosigkeit untereinander fest. Um dem entgegenzuwirken, überlegten sie sich, wie sie helfen konnten. So entstand die Idee, Geld zu sammeln und Friedensketten zu basteln. Häufig von ihrem eigenen Taschengeld spendeten alle Kindern der Schule, sodass eine Summe von 453,16 Euro zusammenkam.

Die Schüler suchten sich das Familienzentrum Arche in Hessisch Lichtenau als Empfänger des Geldes aus, weil sie den Menschen vor Ort helfen wollten. Im Rahmen ihres Schülerrates übergaben sie die Summe nun an Rafaela Pax, die die Arche leitet.

Arche-Leiterin zeigt sich dankbar

„Ich bin sehr beeindruckt und gerührt von eurer Spende, und es ist eine große Verantwortung für uns“, versicherte Pax den Kindern im Schülerrat. Sie schilderte ihnen, wo es die Probleme gibt und wie das Geld dazu beitragen wird, diese zu lösen. So haben die Menschen, die aus der Ukraine gekommen sind, erst mal kein Geld. „Auch wenn sie in der Ukraine Geld auf dem Konto haben, kommen sie hier nicht ran“, erklärt die Leiterin der Arche. Die Arche hilft deswegen zum Beispiel bei der Versorgung mit Lebensmitteln.

Die Mitglieder des Schülerrates nutzen die Anwesenheit der Arche-Leiterin, um ihre Fragen loszuwerden. Einige der Kinder erzählten von ukrainischen Familien, die nun in ihrem Umfeld lebten. Auch meldeten sich einige Schüler und erzählten, dass sie Russisch sprechen können.

Sieben ukrainische Kinder besuchen bereits die Grundschule in Hessisch Lichtenau. Dabei ist vor allem die Verständigung schwierig, wie die stellvertretende Schulleiterin Sandra Kalthoff erklärt: „Keiner unserer Lehrer spricht Russisch.“. Die Lehrer bemühen sich, den Kindern aktuell einfache deutsche Wörter beizubringen und die ersten Sätze. „Wir müssen viel mit Händen und Füßen reden. Auch bei den Elterngesprächen“, ergänzt Kalthoff. Doch da einige Sachverhalte so nicht zu klären sind, nutzen die Lehrer auch die Übersetzung per App, manchmal ist auch Englisch möglich.

Die Grundschule und auch das Familienzentrum Arche suchen deswegen nach Ehrenamtlichen, die bei der Übersetzung helfen können. Aber auch für einfache Sprachangebote sucht die Arche Ehrenamtliche: „Man könnte mit den Leuten in den Supermarkt gehen, mit ihnen Wörter wie Apfel und Brot üben oder ihnen erklären, wie ich an der Wursttheke etwas bestelle“, erklärt Rafaela Pax. Dazu wären nicht zwingend Russisch-Kenntnisse notwendig, sagt Pax.

Kontakt: arche-heli.de

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