Lidl plant einen Anbau

Hessisch Lichtenaus Stadtverordnete stimmen erstem Antrag zu

Der Lidl-Markt in Hessisch Lichtenau von der Straße aus fotografiert.
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Der Discounter Lidl in Hessisch Lichtenau möchte sich vergrößern, der Antrag dazu sorgte für Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung.

Der Lidl-Markt in Hessisch Lichtenau plant einen Anbau, um seine Verkaufsfläche von aktuell 700 auf 1300 Quadratmeter zu erhöhen.

Die Stadtverordneten berieten am Donnerstagabend über eine erste Änderung des Bebauungsplanes für das Grundstück am Lohwasser 6. Der Bau- und Umweltausschuss stimmte für die Änderung, wie dessen Vorsitzender Gerhard Koch mitteilte.

Heike Wilke, Fraktionsvorsitzende vom Grün/Linken Bündnis, erinnerte an die Situation, als ein Kaufland im Ort bauen wollte. Da teilte das Regierungspräsidium Kassel mit, dass Hessisch Lichtenau überversorgt sei. Neben Lidl, Aldi und Netto gibt es auch Edeka und Rewe. Aus Witzenhausen sei bekannt, dass wenn Lidl baut, Aldi sofort nachzieht, weil sie direkte Konkurrenten sind. Wilke argumentierte, dass ein Markt dem anderen die Kunden wegnehmen würde und da Hessisch Lichtenau überversorgt sei, eine Erweiterung des Lidl-Marktes nicht notwendig ist.

Gerhard Koch (SPD) erklärte, dass Lidl in einer Analyse der Auswirkungen zum Bau davon ausgeht, dass kein Schaden durch die Erweiterung entsteht. Auch wenn er für die Innenstadt keine Rettungsmöglichkeit für kleine Läden sieht, glaubt er nicht, dass Edeka vor Lidl gerettet werden müsse.

„Wir leben in einer Marktwirtschaft“, sagte Elmar Neugeboren, Fraktionsvorsitzender der SPD. Deswegen müsse es die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln. Lidl sei in Hessisch Lichtenau etabliert und wolle sich im überschaubaren Umfang vergrößern. „Wir haben Aldi den Umzug und damit die Vergrößerung ermöglicht und ich denke, das werden wir auch für Lidl tun“, sagte Neugeboren vor der Abstimmung. Denn dadurch würde der Standort attraktiver und Arbeitsplätze gesichert.

Bürgermeister Michael Heußner verwies darauf, dass dank der vielen Einkaufsmöglichkeiten es keine Schlangen vor den Supermärkten gegeben habe, wie es in anderen Städten zu Beginn der Corona-Pandemie passiert sei. Auch erinnerte er daran, dass Lidl der Stadt ein Grundstück an der B 7 verkauft habe und im Gegenzug ein Grundstück gekauft habe mit der Absicht, zu erweitern.

Fraktionsvorsitzende Ursula Sauer von der Bürgerliste bemängelte, dass an den Plänen nicht erkennbar sei, in welche Richtung Lidl erweitern wolle. Gerhard Koch vermutet, dass hinter dem Gebäude auf der Wiese erweitert werden soll.

Uwe Brückmann sieht die Erweiterung des Marktes unkritisch. Sie stärke die Wirtschaftskraft.

Die Stadtverordneten nahmen den Antrag schließlich mit zwei Gegenstimmen an.

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