Offener Brief der Mitarbeiter

Mögliche Fusion: Mahnwache bei Lichtenau e.V.

Hessisch Lichtenau. Mit einem offenen Brief haben die Mitarbeiter der diakonischen Einrichtung Lichtenau e.V. ihrem Unmut Ausdruck verliehen.

Etwa 150 Konzernangehörige versammelten sich mit Plakaten und Kerzen vor dem Verwaltungsgebäude, in dem am Dienstagnachmittag eine außerplanmäßige Kuratoriumssitzung stattfand. Nach nicht bestätigten Informationen wurden Gespräche mit der Vitos GmbH über eine mögliche Fusion geführt.

Um auf die Problematik, die sich durch eine Fusion von Lichtenau e.V. und der Vitos GmbH ergeben würden, hat die Mitarbeitervertretung (MAV) in den vergangenen Wochen Unterschriften gesammelt (wir berichteten). An der Aktion hatten sich 768 Mitarbeiter beteiligt - also mehr als dreiviertel der Konzernbelegschaft. Die Unterschriften übergab der stellvertretende MAV-Vorsitzende, Klaus Pflüger, am Dienstagnachmittag mit einem offenen Brief an das Kuratorium von Lichtenau e.V..

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In dem Schriftstück, dass unserer Zeitung vorliegt, verlangt die MAV, dass alle Punkte ihres Forderungenkatalogs verhandelt werden. Gleichzeitig formuliert sie ihre Sorgen bezüglich der Konzernfusion. Demnach befürchtet die MAV erhebliche Einschnitte im Konzern, sollte sich das Kuratorium für einen Zusammenschluss entscheiden: „Wenn man die Geschäftsfelder der Vitos und unsere Geschäftsfelder vergleicht, wird man sicher schnell feststellen, dass das hauptsächliche Interesse nur an der Klinik besteht und es nur darum geht, sich die Klinik einzuverleiben, heißt es in dem Schreiben. Die MAV sorge sich um die Weiterentwicklung der anderen Bereiche des Vereins. Es seien weder ein wirtschaftliches noch ein sozialpädagogisches Konzept bekannt, auf dessen Grundlage eine Weiterentwicklung des Vereins betrieben werden soll: „Auf welcher Grundlage wollen Sie so eine Entscheidung für fast 1000 Mitarbeiter und ihre Familien treffen?“, fragt die MAV in dem Brief.

Kritisiert wird auch das Hin und Her während der Verhandlungen und „exklusiven Gespräche“ mit der Vitos GmbH: „Wir sind losgezogen, um einen starken Partner für die Zukunft zu suchen.“ Die diakonische Einrichtung Lichtenau e.V - zu der auch die Orthopädische Klinik gehört - befand sich in den vergangenen Jahren in einer finanziellen Schieflage. Im Zuge dessen wurde 2012 ein Konzeptwettbewerb ausgelotet, um einen geeigneten Fusionspartner zu finden. Mittlerweile schreibt der Konzern wieder schwarze Zahlen. (alh)

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