Gerd Küllmer löst seine Kellerbar auf

Marktplatz: Schnapsfläschchen und Billardtisch

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Freizeitspaß in der Kellerbar: Gerd Küllmer kann auch heute noch mit dem Queue gut umgehen. Rund 100 Jahre ist der Billardttisch schon alt.

Im Werra-Meißner-Kreis löst der Kellerwirt Gerd Küllmer seine Kneipe am Marktplatz auf. Hier gab es über 500 verschiedene Schnäpse.  

So umfangreich ist inzwischen die Sammlung seiner kleinen Fläschchen geworden, die er fein säuberlich auf vielen Regalen in seiner Kellerbar gesammelt hat. Aber damit soll nun Schluss sein.

Küllmer hat sein großes Anwesen in Fürstenhagen verkauft und möchte sich nun von seiner Sammlung trennen. „Mein Vater hat vor 50 Jahren mit dem Sammeln angefangen“, erzählt Küllmer. „Als gelernter Schreiner hat er die Regale für die Flaschen gleich selbst hergestellt“.

So kam die Sammlung zu Stande 

Die Sammelleidenschaft sei auf ihn übergegangen, erzählt er weiter. „Das fing alles ganz harmlos an. Hier mal ein Fläschchen, da mal ein Fläschchen, und schon bekam ich Spaß an der Sache und es wurden immer mehr.“ 

Als Soldat bei der Luftwaffe der Bundeswehr führten ihn seine Wege auch in das Ausland. „Und da gab es natürlich auch schöne Flaschen, die ich mit nach Hause gebracht habe“, kann er sich noch erinnern. Auch durch Urlaubsreisen oder Bekannte wurde seine Sammlung so umfangreich.

Jetzt aber will er seine Kellerbar auflösen. „Wir wollen näher zu unserer Tochter und den Enkeln ziehen. Für uns alleine wird die Arbeit mit dem Haus und dem großen Grundstück langsam zu viel. Und jünger werden wir nicht“, meint er. Schwer fällt ihm der Umzug nicht, aber der Verkauf der Sachen aus der liebevoll dekorierten Kellerbar liegt ihm sehr am Herzen.

Das hat sein Sortiment zu bieten 

Neben Etiketten wie „Eskimo“, „Dicker Hund“, „Süße Maus“ und „Kleine Sünde“, findet man auch eine Flasche mit der Bezeichnung „Erich‘s Rache“, bedruckt mit einer Karikatur von Erich Honecker.

Auf den Regalen und in den Schränken finden sich noch viele Kleinigkeiten, die eine Kellerbar ausmachen, wie etwa Bierdeckel und Gläser, Flaschenöffner und ein Zollstock als „Schnapsmaß“. Darüber hinaus hat Küllmer aber noch etwas ganz Besonderes und Seltenes in seiner Kellerbar: Einen fast 100 Jahre alten Billardtisch. 

Der hat mit den heutigen Ausführungen allerdings nur noch wenig zu tun. Billardtische gibt es heute mit und ohne Löcher an den Banden, je nach Spielart. Küllmers Billard hat die Löcher im oberen Drittel des Tisches und die Aufgabe besteht darin, mit dem Spielball verschiedene Kugeln in die Löcher zu versenken, die alle einen bestimmten Zahlenwert haben. 

Nicht die erste Herberge für den Billardtisch 

Zunächst muss aber Geld eingeworfen werden, erst dann löst sich der eingepasste Schacht und gibt die Spielbälle frei. „Das funktioniert heute noch“, erzählt Küllmer stolz. „Ein 20 Cent Stück passt rein und das Spiel kann beginnen“. Der Tisch stand früher in der Fürstenhagener Gaststätte „Bachmann“. „Als die Gaststätte geschlossen wurde, hat mein Vater den Billardtisch kurz entschlossen gekauft.

Jetzt hofft Küllmer, dass er einen Liebhaber für seine Flaschensammlung, den Billardtisch und das ein oder andere Sammlerstück findet, denn in seinem neuen Zuhause wird dafür kein Platz mehr sein. (plu)

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