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Nach sechs Jahren scheidet Michael Heußner aus dem Bürgermeisteramt aus

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Von: Wiebke Huck

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Michael Heußner vor dem Rathaus in Hessisch Lichtenau: Hier hat er sechs Jahre lang die Geschicke der Stadt gelenkt – Künftig wird er wieder in den Polizeidienst gehen.
Michael Heußner vor dem Rathaus in Hessisch Lichtenau: Hier hat er sechs Jahre lang die Geschicke der Stadt gelenkt – Künftig wird er wieder in den Polizeidienst gehen. © Wiebke Huck

Als „Berg- und Talfahrt“ bezeichnet Michael Heußner seine sechsjährige Amtszeit als Bürgermeister von Hessisch Lichtenau. Im April verlor er die Stichwahl als unabhängiger Kandidat gegen den von der SPD aufgestellten Dirk Oetzel und wird zum 1. August zurück in den Polizeidienst gehen.

Hessisch Lichtenau – Nicht immer sei er glücklich darüber gewesen, wie „die Menschen mit jemandem umgehen, der bereit ist, Verantwortung für eine ganze Stadt zu tragen“, sagt er. Aus der Bevölkerung habe er immer viel Wertschätzung und Dankbarkeit erfahren, so Heußner. Das sei es auch, was für ihn am Ende zählen würde. Jede freundliche Begegnung und jedes nette Gespräch mit den Bürgern von Hessisch Lichtenau würde das, was an unschönen Dingen gewesen sei, überstrahlen. Die Frage, wie er sein Verhältnis zum Parlament beschreiben würde, lässt er unbeantwortet.

„Ich trage mein Herz auf der Zunge“ sagt Heußner. Er habe sich bemüht, sachorientierte Entscheidungen herbeizuführen. „Ich gehe erhobenen Hauptes aus dem Rathaus, denn ich habe sechs Jahre lang rechtmäßiges Handeln durchgesetzt.“ Das habe nicht immer jedem gefallen. Vor allem aber kritisiert er den Umgang mit Mitarbeitern der Stadt von Seiten der Politik: „Ich hoffe für meine Mitarbeiter, dass sich das künftig ändern wird.“

Es habe durchaus Dinge in den vergangenen Jahren gegeben, auf die er nicht stolz sei, die aber dazu gehört hätten. „Wenn ich Beschlüsse vom Magistrat beanstanden musste, habe ich das nicht gerne gemacht“, so Heußner – denn damit mache man sich keine Freunde. Was er allerdings auch nie gemacht habe, sei, falsche Versprechen zu geben: „Ich kann mir all meine alten Wahlflyer anschauen, egal von welchem Jahr, und finde nichts, wofür ich nicht auch eingetreten bin.“

Einer der schönsten Momente in seiner Amtszeit sei die Eröffnung des von ihm auf den Weg gebrachten Waldkindergartens in Hessisch Lichtenau gewesen, sagt er. Diesen Bürgermeisterantrag beim Parlament durchzusetzen sei für ihn eine Herzensangelegenheit gewesen, genau wie die Initiative „Hessisch Lichtenau Lebenswert“ und die Arbeitsgruppe „Senioren Aktiv“. Dass diese Dinge weiter mit Leben gefüllt werden, erhofft sich Heußner von seinem Nachfolger.

Dem wünscht er außerdem, dass er es schaffen wird, Vorhaben, die in den vergangenen Jahren nicht umgesetzt werden konnten, endlich zu realisieren. Darunter auch viele Bauprojekte. „Es herrscht Sanierungsstau in Lichtenau.“ Das Geld sei da – auch einer der Punkte, der Heußner während seiner Amtszeit wichtig gewesen sei: die Schuldenlast der Stadt zu reduzieren. Mit Erfolg. Genauso, wie die Leistungsfähigkeit des Baubetriebshofs zu stärken: „Als im Februar des vergangenen Jahres die Schneemassen über Deutschland hereinbrachen, waren wir eine der wenigen Kommunen, die freie Straßen und Parkplätze hatte. Ein weiteres Highlight für ihn seien die Trauungen im Rathaus gewesen, bei denen sich die Paare vor Michael Heußner das Ja-Wort gaben. „Die Arbeit als Standesbeamter hat mir großen Spaß gemacht.“

Mehr Zeit für Familie

Ab 1. August wird Michael Heußner nun wieder Kriminalbeamter sein. „Ich freue mich auf die Zeit“, sagt er. Auch darauf, wieder mehr Zeit für den aktiven Feuerwehrdienst zu haben. Auch während seiner Zeit im Amt als Bürgermeister sei er der Freiwilligen Feuerwehr immer treu geblieben und regelmäßig zu Einsätzen ausgerückt, einer davon war an seinem ersten Tag im Rathaus. Seine Arbeit beim Weißen Ring will er ebenfalls beibehalten: „Es war und ist mir wichtig, Menschen zu helfen.“ Auch politisch will er weiter aktiv sein, wenn auch nicht länger als Mitglied der CDU. 2016 wurde Heußner in den Kreistag des Werra-Meißner-Kreises gewählt. Mitglied der Regionalversammlung Nordhessen ist er seit 2021.

„Ich freue mich darauf, jetzt wieder mehr Zeit für meine Familie und meine beiden Hunde zu haben.“ Den Menschen auf den Dörfern, in der Stadt und den Partnergemeinden von Hessisch Lichtenau will er auch weiterhin verbunden bleiben. (Wiebke Huck)

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