Im Gewerbegebiet

Navis finden Straße nicht: Unternehmer warten seit Jahren auf  Schild

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Unbekannt: Auf dem Straßenschild steht nach der Umbenennung vor einigen Jahren zwar Ludwig-Frölich-Straße, auf Straßenkarten im Internet ist aber noch die Oststraße angegeben. Das sorgt immer wieder für Verwirrung.

Hessisch Lichtenau. Entlang der Spangenberger Straße in Hessisch Lichtenau ist in den vergangenen Jahren ein kleiner Schilderwald entstanden.

Unternehmer, die im Gewerbegebiet Am Hambacher Weg ansässig sind, versuchen, so ihre Kunden und Lieferanten zu sich zu lotsen. Denn Navigationssysteme und Routenplaner finden das Gewerbegebiet nicht.

Bernd und Marie-Antoinette Schleier gehören zu den Betroffenen. „Unsere Kunden sind verärgert, weil sie uns nicht finden oder erst stundenlang suchen müssen“, sagen die Unternehmer. Wer beispielsweise bei Google Maps den Suchbegriff Gewerbegebiet Am Hambacher Weg eintippt, bekommt kein Ergebnis. Ebenso schwierig gestaltet sich die Suche nach der Ludwig-Frölich-Straße - laut Google existiert diese Straße überhaupt nicht. Auch Navigationssysteme kennen die Straße offenbar nicht. Und sogar in dem Kartenmaterial auf der Internetseite der Stadt wird die Ludwig-Frölich-Straße nicht ausgewiesen, die Ursprünglich Oststraße hieß und laut Google immer noch so heißt.

Die Schleiers ärgert das ungemein. Für sie ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt sich nicht darum kümmert, obwohl das Problem schon mehrfach thematisiert wurde. „Ich habe schon überlegt, ob ich nicht selbst einen Aufkleber mit dem Hinweis Gewerbegebiet Ost auf das Schild an der B 7 klebe, aber damit würde ich mich ja strafbar machen“, sagt Bernd Schleier kopfschüttelnd.

„Wir haben uns für das Gewerbegebiet entschieden, weil wir Lichtenauer sind“, ergänzt Marie-Antoinette Schleier. Seit Januar 2011 ist das Paar mit zwei Unternehmen im Gewerbegebiet ansässig. „Wir haben viel Geld am Standort investiert und ärgern uns über das Hin- und Hergeschiebe der Verantwortlichkeiten“, sagen die Schleiers, die auch bereit wären, die Kosten für die Hinweisschilder an der B 7 zu übernehmen.

Sogar Landrat Stefan Reuß (SPD) hatte sich im Mai 2014 eingeschaltet, erzählen die Gewerbetreibenden. „Ich habe den Sachverhalt prüfen lassen. Eine Ausschilderung mit Hinweisen auf Gewerbegebiete im Zuge der B 7 ist grundsätzlich aus unserer Sicht möglich“, schrieb Reuß in einem Brief an die Stadt mit der Bitte um ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Daraufhin hatte die Stadtverwaltung reagiert und angegeben, dass sie bereits daran arbeite. „Hier sind jedoch mehrere Abteilungen und Behörden zu beteiligen, so dass es noch einen gewissen Zeitraum dauert, bis ein Ergebnis vorliegt“, hieß es in einer E-Mail vom Juli 2014. Seit dem habe sich nach Angaben der Schleiers nichts mehr getan.

Das sagt Bürgermeister  Jürgen Herwig (SPD) 

„Die Stadt Hessisch Lichtenau hat im vergangenen Jahr 300.000 Euro weniger Gewerbesteuer eingenommen als geplant war“, sagt Bürgermeister Jürgen Herwig auf Anfrage. Die Stadtverordneten hätten deshalb seinerzeit beschlossen, dass die vorläufige Haushaltsführung für das ganze Jahr gilt. Die Stadt habe also schlicht kein Geld gehabt, um neue Schilder aufzustellen. Da die A 44 nun fertig gebaut und der überregionale Verkehr raus aus der Stadt sei, werde nun über ein neues Beschilderungskonzept nachgedacht.

Von Alia Shuhaiber

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