Interview: Neue Ärztliche Direktorin Dr. Marion Saur über Ziele

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Blickt optimistisch in die Zukunft: Die neue Ärztliche Direktorin der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, Dr. Marion Saur, hier im Park der Einrichtung am Mühlenberg.

Hessisch Lichtenau. Im HNA-Interview spricht die neue Ärztliche Direktorin der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, Dr. Marion Saur über Ziele und wo sie die Klinik am Mühlenberg in fünf Jahren sieht.

Frau Saur, bis Ende des Jahres wird Ihr Vorgänger, Dr. Sambale, noch „unter Ihnen“ als Chefarzt tätig sein. Aus Ihrer Sicht ein Problem oder eher eine Chance, auch im Zuge der Übernahme der Dienstgeschäfte? 

Marion Saur: Das Amt des Direktors hat auch in der Vergangenheit schon unter den Kollegen gewechselt - gegenwärtig ist das in gegenseitigem Einvernehmen geschehen. Dr. Sambale ist mein Mentor und es war sein Wunsch das Amt abzugeben. Es erfolgt eine Übergabe und auch Unterstützung seinerseits bei der Einarbeitung.

Befürchten Sie nach seinem Weggang gen Vitos, dass ihm viele Patienten folgen werden? 

Saur: Er ist ein exzellenter Operateur und Arzt, hat sein Team sehr gut aufgebaut, sodass wir jederzeit jeden unserer Patienten weiterhin auf höchstem Niveau behandeln können. Aber sicherlich besteht bei einigen auch eine persönliche Bindung, die im Arzt-Patientenverhältnis ihren eigenen Wert hat - man lässt sich nur an der Wirbelsäule operieren, wenn man vertraut. Wir müssen realistisch sein, natürlich werden ihm Patienten folgen. Dennoch bin ich optimistisch, da wir uns auch in der Vergangenheit immer gegen größere Häuser behauptet haben und dies auch weiter werden - weil wir uns treu bleiben und halten, was wir versprechen.

Lichtenau e.V. arbeitet an einer konzeptionellen Weiterentwicklung, wie sehen Ihre konkreten Ziele und Konzepte als neue Ärztliche Direktorin aus? 

Saur: Ich möchte den eingeschlagenen Weg der Außendarstellung weiter beschreiten und entwickeln, dazu gehört unter anderem der Dialog mit den Patienten, ein moderner Internetauftritt in Sprachen wie englisch und arabisch und auch der kritische Dialog mit der Geschäftsführung, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Ebenfalls wichtig ist mir die Fort- und Weiterbildung von Nachwuchsärzten, auch um unseren Standortnachteil auszugleichen. Aber auch Dinge wie verbesserte Angebote und Öffnungszeiten der Cafeteria liegen mir am Herzen.

Werden Sie die Patienten der Tetra- und Paraplegie, die Sie weiterhin leiten werden, aufgrund der neuen Aufgabe künftig seltener zu Gesicht bekommen? 

Saur: Ja, schon etwas weniger, denn ich benötige Zeit für Mitarbeiter und Patientengespräche aller Abteilungen, werde aber die Patienten der Tetra- und Paraplegie nicht vernachlässigen und mich auch dort regelmäßig zeigen.

Wo sehen Sie die Orthopädische Klinik in fünf Jahren? 

Saur: Wir sind dann modern aufgestellt, haben durch kontinuierliche Investitionen für die Patienten die Einrichtung noch wettbewerbsfähiger gemacht und brauchen uns nicht vor großen Anbietern in Ballungszentren verstecken, dies gilt auch für das Angebot moderner Behandlungsmethoden. Des Weiteren herrschen nach wie vor gute Arbeitsbedingungen mit fairen Löhnen für Mitarbeiter, wir haben uns finanziell weiter konsolidiert und bieten ein kompetentes sowie stabiles Ärzteteam.

Zur Person

Marion Saur wurde 1968 in München geboren. Seit 2010 ist sie Chefärztin des Querschnittgelähmtenzentrums und übernahm am Dienstag den Posten des Ärztlichen Direktors. Die 46-Jährige ist glücklich liiert und lebt in Kaufungen, ihre privaten Interessen gelten Reisen, Sport und Hunden.

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