Neuer Rechenfehler bei der Kita-Gebühr

Hessisch Lichtenau. Hält die Stadt Hessisch Lichtenau an der Drittelfinanzierung fest, muss der Beitrag um 31 Prozent steigen.

Wirbel um die Kita-Gebühren in Hessisch Lichtenau: Nach dem ersten ist nun ein zweiter, weitaus gravierenderer Fehler in der Berechnung aufgetaucht. Diesen zu beheben, würde einen Anstieg der Elternbeiträge um über 31 Prozent nach sich ziehen - vorausgesetzt, man hält an der Drittelfinanzierung der Kinderbetreuungskosten zwischen Eltern, Kommune und Land Hessen fest.

Entdeckt hat den Fehler Andreas Howorka vom Team Howorka. Darum geht es: Krippenkinder (U 3, unter drei Jahren) müssen separat von den Kita-Kindern (Ü 3, über drei Jahren) berechnet werden, weil sie einen höheren Zuschuss erhalten, aber auch höhere Personalkosten verursachen. Eltern eines U-3-Kindes müssen beispielsweise 30 Prozent mehr für einen Betreuungsplatz zahlen, also 130 Prozent eines normalen Kita-Platzes. Da dieser Aufschlag aber nur für 57 von 355 Kindern gilt, wurden sie aus der für alle gültigen Gesamtrechnung komplett herausgerechnet. So weit richtig - „aber als es dann um die Ermittlung der Kosten für die Kita-Kinder ging, wurden die 57 Kita-Kinder rechnerisch wieder mit einbezogen“, sagt Howorka.

Heißt also: Der Gesamtbeitrag der Eltern wurde durch 57 Köpfe zu viel geteilt und war entsprechend viel niedriger als in der Realität. „Daraus ergibt sich eine Gebührenerhöhung von 31,45 Prozent und nicht wie von der Verwaltung dargestellt um zehn Prozent“, so Howorka.

Dazu kommt noch, dass im Karpfenfänger-Kindergarten laut Fachaufsicht eine weitere Erzieher-Stelle geschaffen werden muss. Das wird sich auf der Kostenseite zusätzlich negativ niederschlagen.

Eine neue und stimmige Kalkulation ist dringend nötig. Nachdem zunächst eine Erhöhung um 18,9 Prozent im Raum stand, schrumpfte diese wieder, nachdem bekannt wurde, dass das Essensgeld falsch einberechnet worden war (wir berichteten).

Da den Eltern nach Meinung der meisten Kommunalpolitiker weder eine Erhöhung um 18,9 noch um 31,45 Prozent zuzumuten ist, wird derzeit in den Ausschüssen und in der Verwaltung nach Lösungen gesucht. Eine könnte lauten, die Vorgabe der Drittelfinanzierung aufzugeben und entstehende Kostenlücken anders zu füllen. Dabei könnte ein unerwartet gutes Rechnungsergebnis des Haushalts 2016 helfen: Hier wurde ein Überschuss von 640 000 Euro erzielt.

Außerdem ist geplant, eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Fraktionen, des Kita-Trägers und Eltern einzurichten, die sich mit dem Thema einer verträglichen Gebührenerhöhung befasst. So haben es der Haupt- und Sozialausschuss in ihrer jüngsten Sitzung empfohlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.