Angebot von Firma Humana offenbar lukrativer für die Stadt

Offener Brief: Kolping-Verein auf Altkleider-Container angewiesen

Kolping hat fünf Sammelcontainer im Stadtgebiet von Hessisch Lichtenau aufgestellt, drei auf dem Parkplatz am Bürgerhaus und jeweils einen in den Stadtteilen Fürstenhagen und Quentel. Unser Bild zeigt Karlo Bock vor den Containern am Bürgerhaus. Foto:  Röß

Hessisch Lichtenau. Die mögliche Aufstellung von Altkleider-Sammelcontainern in Hessisch Lichtenau sorgt für Aufregung bei der Kolping-Familie.

Die Firma Humana hatte der Stadt offenbar ein lukratives Angebot unterbreitet.

Demnach bietet Humana für jeden Altkleidersammelcontainer im Stadtgebiet einen Betrag von 314,16 Euro pro Jahr - das wäre mehr als das Zehnfache. Derzeit kassiert die Stadt eine Gebühr von 31 Euro pro Container. In einem offenen Brief hat sich das Kolpingwerk in der Diözese Fulda an Bürgermeister Jürgen Herwig (SPD) gewandt. „Mit unseren fünf Sammelcontainern in Hessisch Lichtenau unterstützen wir die ehrenamtliche Arbeit unserer 58 Kolpingsfamlilien vor Ort“, heißt es in dem Schriftstück.

Die Kolpingsfamilien würden vielfach zu einem gelingenden gesellschaftlichen Leben in den Kommunen beitragen. „Sie engagieren sich in Kirche, Gesellschaft und in der Politik“, argumentiert Diözesangeschäftsführer Steffen Kempa.

Mit den Erlösen unterstützen die Kolpingsfamilien laut Kempa seit mehr als 40 Jahren Projekte im Partnerland Brasilien. Allein im vergangenen Jahr seien mehr als 20.000 Euro in nachhaltige Projekte wie die Entwicklung der Metropolregion Belo Horizonte geflossen. Die Menschen dort seien auf die Hilfe des Kolpingwerks angewiesen.

Zwar habe man Verständnis für die finanzielle Situation der Stadt, insbesondere mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. „Bitte lassen sie sich bei der Entscheidung aber nicht nur von monetären Argumenten leiten“, so Kempa. Die Sammlung von Altkleidern stelle für gemeinnützige Vereine und Verbände eine sinnstiftende und öffentlichkeitswirksame Tätigkeit dar, bei der die Kolpingsfamilien auch künftig auf die Unterstützung der Städte und Gemeinden angewiesen ist, heißt es abschließend.

Humana plant in allen 14 Stadtteilen Altkleidercontainer aufzustellen. Die Stadt Hessisch Lichtenau würde dafür jährlich knapp 4500 Euro an Gebühren erhalten. (alh)

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