Roboter im Operationssaal

Orthopädische Klinik in Hessisch Lichtenau setzt auf neueste Technik

3D-Bilder in Echtzeit: Sebastian Dretzke, Assistent der Geschäftsführung, von links, Klinik-Geschäftsführer Matthias Adler, Chefarzt Stefan Kistner, Assistenzärztin Linda Daoudi und Pfarrer Dieter Christian Peuckert begutachten die neue robotische Assistenz.
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3D-Bilder in Echtzeit: Sebastian Dretzke, Assistent der Geschäftsführung, von links, Klinik-Geschäftsführer Matthias Adler, Chefarzt Stefan Kistner, Assistenzärztin Linda Daoudi und Pfarrer Dieter Christian Peuckert begutachten die neue robotische Assistenz.

Als erste Klinik in Hessen setzt die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau jetzt eine sogenannte Roboternavigationsplattform im Operationssaal ein. Diese neue Technologie unterstützt die operierenden Ärzte, vor allem im Fachzentrum Wirbelsäulenorthopädie dabei, Schrauben beim Einsetzen von Implantaten noch präziser zu platzieren.

Hessisch Lichtenau – Das neue robotische Assistenz-System liefert in Echtzeit 3D-Bilder von Hals-, Brust und Lendenwirbelsäule. „Die vorgesehene Lage der Implantate kann bereits am Vortag konkret geplant werden, die Daten werden vor der OP übertragen und das System hilft bei der präzisen Einbringung des Schrauben-Stab-Systems zur Stabilisierung“, erklärt Chefarzt Stefan Kistner. So könne dank des neuen Systems die Lage der Implantate und Schrauben optimiert werden, was eine längere Haltbarkeit mit sich bringt und die Heilung positiv beeinflusst.

„Wir können kleinere Zugänge wählen, sodass kleinere Wunden und weniger Verletzungen an der Muskulatur entstehen“, so Kistner weiter. Außerdem werde der Blutverlust verringert, genau wie die Narkosezeit.

In seiner Abteilung werden Menschen mit verschleiß- und bandscheibenbedingten Erkrankungen der gesamten Wirbelsäule sowie Patienten mit Instabilitäten, Wirbelbrüchen, Formabweichungen und Tumoren behandelt.

In ganz Deutschland würde diese Technik bislang nur in drei weiteren Häusern zur Verfügung stehen, heißt es vonseiten der Klinik, die mehr als eine Million Euro investiert hat. Allerdings sei es weiterhin der Arzt, der alle wichtigen Entscheidungen treffe, betont Dieter Christian Peuckert, theologischer Vorstand von Lichtenau e.V.

Anna Walter, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit erklärt es so: Die robotische Assistenz navigiert den Operateur und zeigt den genauen Punkt an, wo eine Schraube gesetzt werden soll. Durch ein Loch in der Roboterhand, die sich über dem Patienten befindet, werden die Instrumente geführt. Der Operateur setzt selbst den Schnitt und kann seine Arbeit zusätzlich auf einem Bildschirm verfolgen. (hbk)

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