Handelskette unbekannt 

Weiterer Supermarkt in Hessisch Lichtenau: Parlament macht Weg frei

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Hier könnte er entstehen: Der Bereich der Leipziger Straße in Hessisch Lichtenau, wo sich möglicherweise ein neuer Supermarkt ansiedelt.

Hessisch Lichtenau/Hopfelde. In der Leipziger Straße (B7) in Hessisch Lichtenau kann sich zwischen Esso- und Aral-Tankstelle ein neuer Supermarkt ansiedeln. Die Weichen dafür stellte das Stadtparlament am Freitagabend nach kontroverser Debatte in der Mehrzweckhalle in Hopfelde.

In namentlicher Abstimmung lehnten die Stadtverordneten mit 16 gegen 13 Stimmen bei drei Enthaltungen einen Antrag der CDU-Fraktion ab, wonach für das betroffene Gebiet ein Bebauungsplan aufgestellt werden sollte, der Einzelhandel dort ausdrücklich ausschließt. Mit dieser knappen Entscheidung waren alle weiteren Anträge der CDU zu diesem Thema automatisch hinfällig.

Nach wie vor offen ist, welche Unternehmenskette hinter der geplanten Investition steckt, ob sich dort ein neuer Verbrauchermarkt ansiedeln, ein bereits ansässiger Markt sich nur verlagern möchte oder ob der Investor sogar etwas ganz anderes vorhat.

Streckenweise mutete die Diskussion denn auch an wie das Stochern mit der Lanze im Nebel. So warnte Susanne Kraus (FWG) davor, „die Katze im Sack zu kaufen“, und fügte hinzu: „Am Ende stehen wir als die Blöden da.“

Der CDU und auch anderen Abgeordneten ging es um Grundsätzliches. Das sind die weiteren Positionen:

• CDU

Fraktionschef Andreas Howorka befürchtet bei einer Ansiedlung eines neuen Marktes eine Verödung der Innenstadt. Er erinnerte daran, dass Magistrat und Ältestenrat erst im Juli 2013 im Zusammenhang mit der Belegung des Steinweg-Centers versichert hätten, keinen weiteren Lebensmittelmarkt zuzulassen, um einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Innenstadt zu vermeiden. Geschäftsschließungen und weitere Leerstände wären die Folge. Zuem stelle sich die Frage nach Regressansprüchen.

• Grüne

Ähnlich argumentierte Jörg Probstmeier (Grüne) und kündigte uneingeschränkte Unterstützung für die CDU an. Heike Wilke (Grüne) zeigte sich „entsetzt“ über, wie sie sagte, „so wenig Solidarität“ gegenüber den heimischen Geschäftsleuten. Die kämpften täglich ums Überleben und dürften nicht noch zusätzliche Konkurrenz vor die Nase gesetzt bekommen. Auf die Seite der CDU schlug sich aus denselben Gründen auch Roland Wittmann (SPD).

• SPD

Demgegenüber warf SPD-Fraktionschef Raimund Hug-Biegelmann den Befürwortern der CDU-Initiative protektionistisches Verhalten vor. Es könne nicht die Aufgabe der Stadtverordneten sein, einen einzelnen Markt zu schützen, schielte der SPD-Sprecher offensichtlich auf den Rewe-Markt in der Nähe des geplanten Projektes. Auch die Leipziger Straße sei ein Teil der Innenstadt.

Über einen Alternativvorschlag der CDU, wonach die Stadt ihr eigenes für die Investition benötigtes Grundstück erst gar nicht verkaufen solle, wurde nicht abgestimmt.

Von Christoph Cortis

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