Planung kostet circa 30 000 Euro

Bau von Feuerwehrhaus und DGH: Stadtverordnete müssen Geld bereitstellen

Neben dem maroden Zustand der Gebäude ist auch die Feuerwehrhalle zu klein für ein neues Fahrzeug, wie Ortsvorsteher Andreas Rehbein (rechts) und Volker Umbach (von links) Landtagsabgeordnetem Felix Martin, Erstem Stadtrat Michael Flohr, Frank Schuchhardt vom Ordnungsamt und Inspektoranwärter Jan Küllmer erklärten.
+
Neben dem maroden Zustand der Gebäude ist auch die Feuerwehrhalle zu klein für ein neues Fahrzeug, wie Ortsvorsteher Andreas Rehbein (rechts) und Volker Umbach (von links) Landtagsabgeordnetem Felix Martin, Erstem Stadtrat Michael Flohr, Frank Schuchhardt vom Ordnungsamt und Inspektoranwärter Jan Küllmer erklärten.

Küchen – Wie geht es mit dem Feuerwehrhaus und dem Dorfgemeinschaftshaus (DGH) weiter, fragen sich die Einwohner von Küchen.

Deswegen haben sie sich Hilfe von außen geholt und den Grünen-Landtagsabgeordneten Felix Martin eingeladen. Mit Vertretern der Stadt Hessisch Lichtenau, der Feuerwehr Küchen und Ortsvorsteher Andreas Rehbein wurde im Gespräch versucht, Lösungsansätze zu finden.

Die Lichtenauer Stadtverordneten hätten sich zwar 2018 auf einen Beschluss geeinigt, dass DGH und Feuerwehrhaus auf der grünen Wiese neu gebaut werden sollen, statt die alten Gebäude zu sanieren, aber unter der Vorgabe, dass die Kosten passen, erklärt Erster Stadtrat Michael Flohr. Doch wie sich im Gespräch herausstellte, können die Kosten noch immer nicht eingeschätzt werden, da eine detaillierte Planung fehlt.

Ein Antrag zur Förderung des Feuerwehrhauses ist vom Land Hessen genehmigt worden, was selbst Christian Gante überrascht, der als Mitarbeiter der Stadt Ansprechpartner für Stadtplanung und Dorferneuerung ist. „Der Antrag ist damals mit der heißen Nadel gestrickt worden. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass er abgelehnt wird“, berichtet er beim Treffen. Die Entscheidung der Stadtverordneten und der Förderantrag seien auf Basis einer Kostenschätzung getroffen worden, die könne aber bis zu 20 Prozent von der Endsumme abweichen. Gante sei damals selbst erst neu bei der Stadt gewesen und bei den Verantwortlichen für das Projekt hätte es einige Personalwechsel gegeben.

Volker Umbach, der als Vertreter der Feuerwehr den Termin mit organisiert hatte, hatte die Hoffnung, dass die Pläne von anderen Feuerwehrhäusern in Hessen als Vorlage für Küchen herangezogen werden können. Da widersprach ihm aber selbst Rehbein. Da in Küchen DGH und Feuerwehr kombiniert werden sollen, sei die Planung sehr individuell.

Nach wie vor sei die personelle Aufstellung im Bauamt der Stadt ein Problem, berichten Gante und sein Fachbereichsleiter Volker Witzel. Gante könne zwar theoretisch als Architekt die Planung des Neubaus übernehmen, allerdings sei das nicht vereinbar mit dem laufenden Geschäft. Dafür müsste er sich schätzungsweise drei Wochen nur um diese Pläne kümmern, um sich in die geltenden Vorschriften einzuarbeiten, und habe nicht einmal ein Zeichenprogramm zur Verfügung. „Das ist nicht zielführend“, sagt Gante. Sinnvoller sei es, die Planung an eine externe Firma zu vergeben, die sich mit dem Bau von Feuerwehrhäusern auskenne. Die Kosten dafür schätzen Gante und Witzel vorsichtig auf 30 000 Euro.

Nur mit einer detaillierten Planung sei es möglich, die Kosten für den Neubau einzuschätzen. Und erst dann könnten die Stadtverordneten entscheiden, ob sie dem Bau auch zustimmen, waren sich die Beteiligten einig.

Als wichtig erachtet wurde zudem, für das DGH noch ein Förderprogramm zu finden, damit die Stadtverordneten so wenig Geld wie möglich in die Hand nehmen müssen. „Sonst sehe ich schwarz“, meinte Flohr.

Felix Martin wies darauf hin, dass Förderungen keine Automatismen seien. „Gelder von außen sind nett, aber die Stadtverordneten müssen schon konkret entscheiden: Will ich bauen oder nicht.“

Zudem sollten vorher Einwohner und Vereine von Küchen, Feuerwehr und auch Vertreter aus den Nachbarortschaften über den Bedarf und die Pläne für das DGH diskutieren. Als nächster Schritt müsse ein Antrag an die Stadtverordnetenversammlung gestellt werden, damit Geld für die Planung des Neubaus zur Verfügung gestellt und diese an ein externes Büro vergeben werden kann.

Neubau günstiger

Das alte Dorfgemeinschaftshaus (DGH) und das Feuerwehrgebäude in Küchen sind stark sanierungsbedürftig. Feuchtigkeit und Holzwurmbefall treiben die Kosten für die Sanierung der denkmalgeschützten Häuser in die Höhe: Die Stadt schätzte diese vor zwei Jahren auf 780 000 Euro. Für einen Neubau wurden 690 000 Euro veranschlagt. Dafür gibt es auch bereits zwei Grundstücke zur Auswahl, die zum Verkauf stehen. Das Gelände des bisherigen DGH und der Feuerwehr sollte dann zum Grundstückswert verkauft werden.

Von Evelyn Paul

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.