Nur Schrittgeschwindigkeit in der Fußgängerzone

Polizei kontrollierte Autofahrer in Hessisch Lichtenau

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Hessisch Lichtenau. Das hat es in der Landgrafenstraße in Hessisch Lichtenau noch nicht gegeben: eine Radarkontrolle der Polizei. 

Und etliche der wenigen Autofahrer, die am Dienstagnachmittag als Anwohner, Anlieferer oder Kunden durch den ansonsten für den Verkehr gesperrten Bereich fuhren, wurden auch von Polizeibeamten angehalten. Denn: Sie waren zu schnell unterwegs.

„Schrittgeschwindigkeit, also sechs bis höchstens zehn Kilometer pro Stunde“, sei zulässig, klärten die Beamten um Polizeihauptkommissar Markus Eichenberg die Männer und Frauen am Steuer – darunter viele Einheimische – auf. Gemessen wurden stattdessen oft Werte um Tempo 20, eher etwas mehr.

Darauf angesprochen, reagierten die meisten Autofahrer überrascht. „Ich dachte, 20 km/h wären noch erlaubt“, lautete mehrfach die Reaktion. „Nein“, klärten die Beamten auf und empfahlen: „Nur rollen lassen.“

Und wenn die festgestellte Geschwindigkeit nach Abzug von drei Stundenkilometern immer noch über 20 lag, dann beließen es die Uniformierten nicht bei einer freundlichen Ermahnung, sondern baten auch schon mal um 15 Euro Verwarnungsgeld. Und ohne umgelegten Sicherheitsgurt ging gar nichts: Dafür erhoben die Kontrolleure dann gleich 30 Euro Bußgeld.

Ziel der auf mehrere Stunden angesetzten, landesweiten Aktion war, die motorisierten Verkehrsteilnehmer sensibel zu machen bezüglich der schwächeren Verkehrsteilnehmer, also der Kinder und älteren Menschen, der Fußgänger und Radfahrer, wie Pressesprecher Rainer Lingner von der Polizeidirektion Werra-Meißner erläuterte.

Deshalb baute Wachpolizist Holger Buchenau von den Regionalen Verkehrsdiensten bei der Polizeidirektion am Dienstag gegen 14 Uhr an einer nicht gleich erkennbaren Stelle am Rande der Landgrafenstraße die Laserpistole auf einem Stativ auf und maß damit schon ab Beginn der Fußgängerzone in fast 160 Metern Entfernung die Geschwindigkeit der einfahrenden Fahrzeuge. Per Funk gab er dann Tempoübertretungen weiter an die etwas zurückgezogen vor der Stadtkirche stehenden Kollegen, die dann in Aktion traten und die Autofahrer an die Seite winkten.

Tempokontrolle: Holger Buchenau blickte durch das Lasermessgerät.

Allein schon die Anwesenheit von bis zu neun Polizeibeamten sorgte am Dienstag dafür, dass die Autofahrer langsamer fuhren. Doch als die Kontrollstelle passiert war, traten einige schon wieder etwas kräftiger aufs Gaspedal – und wurden vom weiter hinten postierten Tempokontrolleur Buchenau noch kurz angehalten und freundlich auf die zulässige Geschwindigkeit hingewiesen: sechs bis höchstens zehn km/h.

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