Porträt: Ursula Sauer will Bürgermeisterin in Hessisch Lichtenau werden

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Viel zusammen unterwegs: Mit ihrem Pferd Dreamer startet Ursula Sauer auf Westernreitturnieren zum Beispiel in Niedersachsen und Thüringen.

Hessisch Lichtenau. Wenn Ursula Sauer nach einem stressigen Arbeitstag endlich auf dem Rücken ihres Pferdes Dreamer sitzt und durch Wälder und über Felder reitet, ist sie zufrieden und entspannt.

„Da bekommt man Abstand von dem ganzen Stress. Ich kann dann die Seele baumeln lassen“, sagt die 44-Jährige und zeigt stolz ein Foto auf ihrem Handy. „Das war perfekt. Sonne, Schnee, Dreamer und ich.“

Das Pferdefieber hat sie schon früh gepackt. Mit zehn Jahren bekam sie die ersten Reitstunden, mit zwölf dann das erste Pony. „Ich bin mit den Tieren groß geworden. Und je größer ich wurde, desto größer wurden sie.“

Heute ist die Diplom-Verwaltungswirtin täglich von 26 Pferden umgeben. Ihrem Mann Magnus gehört der Pferdebetrieb Lindenhof in Hessisch Lichtenau und natürlich reiten auch ihre beiden Töchter Johanna (19) und Antonia (16). „Unsere Kinder saßen schon auf einem Pferd, bevor sie überhaupt laufen konnten.“

Auf dem Hof der Familie Sauer ist immer was los. Und das ist auch gut so. Denn die 44-Jährige ist ein echter Familienmensch und hat gern viele Menschen um sich herum. Sie habe sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht, ob der Bürgermeisterjob mit der Familie vereinbar ist. „Aber mein Mann und ich sind ein tolles Team“, betont Sauer. Er habe zwar erst geschluckt, als sie ihm von ihrer Entscheidung erzählte, riet ihr dann aber, es auf jeden Fall zu machen. „Und meine Kinder fanden es von Anfang an cool.“

Sauer ist sich durchaus bewusst, dass eine Bürgermeisterin eigentlich nie Feierabend hat und quasi 24 Stunden am Tag im Einsatz ist. Für die zweifache Mutter ist das kein Problem. Es komme schon jetzt nur selten vor, dass sie abends faul auf der Couch liegt. „Und wenn, habe ich Unterlagen in der Hand und bereite mich auf die Parlamentssitzungen vor.“

Langweilig werde es ihr nie. Die wenige Freizeit ist immer voll verplant. Wenn sie nicht gerade bei ihren Pferden ist, kümmert sie sich um ihr Hochbeet, auf dem sie Gemüse anbaut oder geht zum Linedancing in Walburg. „Und ich bin ja seit 20 Jahren mit einem selbstständigen Landwirt verheiratet. Da gibt es immer etwas zu tun.“

Die 44-Jährige ist ständig in Bewegung - auch am Wochenende. Mit ihrem Pferd geht’s dann auf Westernreitturniere in Niedersachsen und Thüringen. „Dreamer und ich machen Campingurlaub.“ Der könnte in Zukunft aber öfter wegfallen, sollte Sauer Lichtenaus erste Bürgermeisterin werden. Trotzdem werde genug Zeit für einen Ausritt bleiben, ist sich Sauer sicher. Natürlich wird einiges anders. „Jeder kennt einen dann. Jetzt kann ich noch mit meinen Stallschuhen zur Bank gehen“, sagt sie und lacht.

Und falls es nicht klappt? Sauer sieht das ganz entspannt. Damit könne sie leben. „Dann mache ich einfach weiter wie bisher und engagiere mich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik.“

Was das Lebensmotto von Ursula Sauer ist, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der Witzenhäuser Allgemeinen.

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