Quentel: Sitzplatz aus alten Steinen

Die Erbauer des Sitzplatzes am Dorfgemeinschaftshaus in Quentel: Dieter Müller (hintere Reihe von links), Wolfgang Winter, Peter Böttner und Volker Wenzel. Auf der Bank sitzend Herbert Letzing (links) und Horst Blumenstein. Foto: zlr

Quentel. Auf der neuen Bank vor der alten Schule in Quentel zu frühstücken, das hatte für viele beim Dorffest am Wochenende einen besonderen Reiz.

Heinrich Lutz und seine Frau Katja zählten am Samstag zu den ersten, die sich für ihr Frühstück in der Morgensonne die neue Sitzgelegenheit vor dem heutigen Dorfgemeinschaftshaus (DGH) „Alte Schule“ ausgesucht hatten.

Dass die beiden den Platz an der Sonne so richtig genießen konnten, hatten sie Herbert Letzing, Horst Blumenstein, Dieter Müller, Volker Wenzel, Wolfgang Winter und Peter Böttner zu verdanken. Die Männer aus der Quenteler Wandergruppe hatten sich im Vorfeld des Dorffestes, bei dem der Bau der ehemaligen Schule vor 100 Jahren im Mittelpunkt stand, mächtig ins Zeug gelegt. Natürlich sollte es zum Fest rund um das heutige DGH ordentlich aussehen.

Vor allem störten die Sandsteine vom alten Feuerwehrgerätehaus aus der Dorfmitte, die nach dem Abriss dort als wilder Haufen abgelegt worden waren. Peter Böttner und Jens Winter vom Förderverein Alte Schule kamen auf die zündende Idee: ein Sitzplatz aus Steinen vor dem Haus.

Davon begeistert machten sich die sechs Männer ans Werk. Schnell stellte sich heraus, dass die zum ersten Arbeitseinsatz mitgebrachten Schubkarren Spielerei waren. Beim Ausschachten der vier mal fünf Meter großen Fläche für den gepflasterten Sitzplatz hatte sich so viel Erdreich angesammelt, dass Herbert Letzing doch besser seinen Schlepper mit Anhänger holte. Nachdem mit verschiedenen Kiesschichten eine ordentliche Packlage geschaffen war, ging’s an den Aufbau des Sandsteinsockels mit einer Länge von 3,50 Metern und 45 Zentimetern Höhe.

24 Sandsteinquader hatten die Männer aus dem Haufen ausgewählt, unter größten Mühen mit Sack- und Schubkarre transportiert und in drei Lagen mit Mörtelfuge aufgeschichtet. Und passte ein Stein nicht ganz so wie gewünscht, dann hatte Dieter Müller mit dem Geschick eines Steinmetzes den Quader bearbeitet. Die neun Hölzer für die Sitzfläche hatte Schreiner Kurt Werner beigesteuert, die Farbe dazu kam von Christian Werner. Zum Abschluss der Arbeiten hatten Dieter Müller und Horst Blumenstein den Platz vor der Bank mit Basaltsteinen der ehemaligen Ortsdurchfahrt gepflastert.

Nach neun Arbeitstagen und 270 Einsatzstunden weihte die Quenteler Wandergruppe die Bank bei einer Sitzprobe mit einem guten Schoppen und einer kräftigen Brotzeit dann auch angemessen ein. (zlr)

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