Revierförster Wolfgang Denecke ist jetzt in Pension

Forstmann durch und durch: Wolfgang Denecke vor dem alten Forsthaus in Wickersrode, das idyllisch am Ortsrand liegt. Foto: Demmer

Wickersrode. Nach fast 50 Dienstjahren - davon 28 in Wickersrode - ging Revierförster Wolfgang Denecke in Ruhestand.

„Hessische Revierförsterei Wickersrode“ steht auf dem alten Schild vor dem Forsthaus und kündet von einer mehr als 145 Jahre langen Tradition, die mit der Pensionierung von Wolfgang Denecke zu Ende ging. Nach fast 50 Dienstjahren - davon 28 in Wickersrode - ging der 65-Jährige nun als zehnter Revierförster in Ruhestand.

„Liebe und Spaß an der Sache“ habe er schon immer gehabt, berichtet Denecke. Die Verbindung zum Wald kam durch seinen Vater, der Verwaltungsangestellter beim Forst und zudem Jäger war. So kam es, dass er, bedingt durch die verkürzten Schuljahre in dieser Zeit, bereits mit 15 Jahren die Mittlere Reife in der Tasche hatte und gleich die sechseinhalb Jahre lange Ausbildung anging. Mit Themen wie Waldwirtschaft, Wald- und Naturschutz, um nur einige Themen zu nennen, ein umfangreiches Programm.

Und: „Auch die Jagd gehört zum Forstberuf“, sagt Denecke. Wenn Abschüsse geplant werden, habe er so gezielt die Möglichkeit in die Wildpopulationen des Waldes einzugreifen.

Nach 15 Monaten Wehrdienst arbeitete er in Neuhof bei Fulda, bevor er 1982 nach Hessisch Lichtenau kam und 1988 die Revierförsterei in Wickersrode übernahm und mit Frau und Tochter in das alte Forsthaus zog. Rund 1400 Hektar - das sind etwa 2000 Fußballfelder - unterstanden seitdem seiner Verantwortung. Mit der Pensionierung Deneckes wird es das Forstamt in dieser Form nicht mehr geben. Die Reviere wurden auf 1800 bis 2000 Hektar vergrößert.

Vor allem Stürme und Unwetter sind es, die Denecke als einschneidende Erlebnisse in Erinnerung geblieben sind und von denen er lebhaft berichtet. Sei es Kyrill 2007, dessen Auswirkungen bis heute sichtbar sind oder die Eisbruchschäden 1988, die speziell um die Ruine Reichenbach für große Schäden sorgte. Dazu gaben die zu erwartende Klimaveränderung mit Schwankungen zwischen trockenen und nassen Perioden gut zu tun.

Auch heute noch ist Denecke begeisterter Forstmann. „Der Wald als Natur- und Lebensraum hat für mich immer noch etwas Faszinierendes“, sagt er. Hier zu lenken und dabei mitzuwirken, dass das Gleichgewicht erhalten bleibt, sei das Schöne am Beruf gewesen.

Und so verwundert es nicht, dass er auch nach der Pensionierung weiter dem Forst treu bleibt. Sowohl als zweiter Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Witzenhausen als auch als Leiter der Hegegemeinschaft Hessisch Lichtenau und Mitglied im Prüfungsausschuss zur Jägerprüfung wird er auf sein berufliches Wissen zurückgreifen können. Und auf dem Land will er auf alle Fälle wohnen bleiben. „Damit ich, wenn ich aus dem Fenster gucke, immer das sehe, wo ich ein Leben lang gearbeitet habe.“

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