Sauerländische Weisheiten in Hessisch Lichtenau

Begeisterte das aus der ganzen Umgegend angereiste Publikum: Frieda Braun, alias Karin Berkenkopf. Foto: zgg

Hessisch Lichtenau. In den Adelshäusern Europas kennt Frieda Braun sich aus. Davon konnten sich die über 300 Besucher im Bürgerhaus am Sonntagabend überzeugen.

So wusste die Hausfrau aus dem sauerländischen Winterberg mit ihrem rollenden „R“ zu berichten, dass der englische Thronfolger Charles voller Neid auf das dortige Schützenfest schaue, wo man so schnell König werden könne. „Ist ja auch einfacher einen hölzernen Vogel abzuschießen als die eigene Mutter“, kommentierte sie.

Ihre Geschichten unter dem Motto „Rolle vorwärts“aus der überschaubaren kleinstädtischen Gesellschaft begeisterte das Publikum, das aus der ganzen Umgegend angereist war.

„Witzenhausen, ist das ein Ortsteil von Hessisch Lichte-nau?“, fragte sie zur Freude der Lokalpatrioten in den Raum. Und so erzählte sie von den kleinen und großen Sorgen, den Krankheiten. Etwa von der, die so heißt wie der schwedische Junge „Björn Out“. Oder von der Lebenserfahrung, die sich in den Hirnlappen - „gut, dass man die nicht so sieht“ - ablagert und dazu führt, dass man dann den Kopf immer abstützen muss.

Wie schon bei ihren letzten Programmen berichtete sie auch wieder ausführlich aus ihrer Splittergruppe der Katholischen Frauen Deutschlands. Nur elf Mitglieder hat diese, aber eine lange Warteliste. Doch nachrücken kann man nur, wenn eine stirbt. „Das kann man halt nicht zwingen“.

Die Damen haben es sich in letzter Zeit zum Ziel gesetzt, besondere Fortbildungskurse zu veranstalten, die die Partnerschaft nicht gefährden. Denn zu viel Bildung ist gefährlich: „Früher hat die Ehe gehalten, bis er tot war. Die Frau hat doch gar nicht gemerkt, dass er dumm war“.

Das ist bei Cordula und Bernd anders. „Denk doch mal selber“, hat sie ihm immer gesagt, bis sie merkte, dass er unter Denkmalschutz steht.

Herrlich diese Wortspiele, manchmal mit der Naivität, dann voller Tiefsinn.

„Du bist schön“, es wäre hochinteressant zu erfahren, wie oft dieser Satz in HeLi und Umgebung an diesem Abend noch gesagt wurde. Denn so ein Kompliment, das hat Frieda in einem der Kurse erfahren, verändert doch alles.

Man soll, so wurde dem Publikum ans Herz gelegt, sich das ruhig immer mal vor dem Spiegel selbst sagen.

Obwohl: „Im Nachthemd geht’s gar nicht“. Und ohne erst recht nicht.

Trotzdem: Dieser Abend mit Frieda Braun, mit bürgerlichen Namen Karin Berkenkopf, war ein tolles Erlebnis. Der Applaus im Stehen am Ende war mehr als verdient. Und als Fazit: „Frieda, das war schön!“ (zgg)

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