Ergänzende Therapie bei vielen Erkrankungen

Schattenboxen in Zeitlupe: Der Turnverein Hessisch Lichtenau bietet Kurse in Tai Chi

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Begeisterte Tai-Chi-Anhänger bei der Übung Wolkenhände: Leiterin Sigrid Sprenger (von links), Ute Dippel, Jutta Schröder, Jürgen Binning, Maritta Pressler, Gertraud Vaupel, Alfred Fey, Carolin Hillmann und Sarah Greifenberg. 

„Langsame, fließende Bewegungen sind typisch für das Tai Chi“, erklärt Sigrid Sprenger. Die 72-Jährige leitet bei Budo, der Kampfsportsparte des Turnvereins 1899 Hessisch Lichtenau, seit zehn Jahren die Kurse.

Viele Jahre war sie aktive Kampfsportlerin, betrieb engagiert Taekwondo. Vor zehn Jahren merkte sie, dass ihr die Kampfpartnerinnen abhandenkamen, wandte sich dem Tai Chi zu, ließ sich zur Leiterin ausbilden.

Gerade haben die neuen Lehrgänge begonnen. In den Räumen des Budo im Erdgeschoss der alten Zigarrenfabrik ertönt dezent meditative Musik.

In legerer Alltagskleidung nehmen die sechs Frauen und zwei Männer auf der Judomatte Aufstellung. „Eine innere Kampfkunst“, so hatte Sigrid Sprenger ihren Sport zuvor beschrieben. Die Bewegungen, die die Gruppe ausführt, haben mit schnellen Schlägen oder Wettkampf rein gar nichts zu tun.

„Wir üben die 24er-Pekingform“, erklärt Sprenger. In fester Abfolge werden die verschiedenen Bilder absolviert. „Die Mähne des Wildpferds teilen“, heißt ein Bild. Die Bewegungen der Hände und Arme lassen ahnen, woher der poetische Name kommt. Dazu gehören aber auch genau festgelegte Bein und Fußbewegungen.

Schattenboxen oder auch Luftschwimmen hat man Tai Chi oft genannt, das in China noch heute Volkssport ist. In den Parks der Großstädte kann man dort meist ältere Menschen dabei beobachten, ihre erstaunliche Beweglichkeit sehen.

Langsame Bewegungen sind es, die über mehrere Minuten ausgeübt werden. Um Ruhe geht es, um innere Einkehr in Verbindung mit der Bewegung, die eine ganz eigene Ästhetik ausstrahlt.

Mit kritischem Blick beobachtet Sigrid Sprenger ihre Gruppe. „Linken Fuß eindrehen, rechten Fuß ausdrehen“, gibt sie die Anweisung, kritisiert „Ihr seid nicht tief genug!“

Langsame, präzise Bewegungen: Sigrid Sprenger beherrscht Tai Chi auch mit dem Schwert perfekt. 

Die Gruppe ist hoch konzentriert, und versucht, den Anweisungen zu folgen. „Man sollte es eigentlich tun“, lacht Sarah Greifenberg auf die Frage, ob sie die Übungen täglich absolviert. Wie die anderen ist auch sie schon seit mehreren Jahren Stammteilnehmerin der Kurse. Von der positiven Wirkung ihres Sports auf die Gesundheit ist Sigrid Sprenger absolut überzeugt, hat schon Patienten mit Multipler Sklerose betreut. „Tai Chi wird als gezieltes Therapeutikum bei Herz- und Kreislaufbeschwerden, bei Schmerzen im Gelenk- und Rückenbereich angewendet“, erklärt sie.

Drei Kurse werden zurzeit angeboten: montags um 18 Uhr der Kurs für Anfänger, dienstags um 18 Uhr der für Fortgeschrittene, im Anschluss trifft sich dann um 19 Uhr die Gruppe, die Tai Chi mit dem Holzschwert betreibt. Ort aller Kurse ist das Budo im Erdgeschoss der alten Zigarrenfabrik. Kosten für die zehn Kursabende, die gerade begonnen haben: 30 Euro für Nicht-Mitglieder und 25 Euro für Mitglieder des Turnvereines 1899 Hessisch Lichtenau.

Kontakt: Sigrid Sprenger, Tel. 0 56 02/46 82.

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