Schnee kommt bei Flüchtlingen in Hessisch Lichtenau gut an

Diese Familie aus Syrien spielt mit ihren beiden Kindern im Schnee und macht Fotos mit ihnen.

Hessisch Lichtenau. Die Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau haben wenige Probleme mit der winterlichen Witterung. Ihre Zelte sind warm.

Die Flüchtlinge in Hessisch Lichtenau kommen mit dem plötzlichen Wintereinbruch scheinbar ganz gut klar. In der Nähe des Lagers sind viele Familien unterwegs, die mit ihren Kindern im Schnee spielen und Fotos machen.

„Schnee gibt es bei uns auch, aber da ist es nicht so kalt wie hier“, erzählt ein Flüchtling, der von Syrien nach Hessisch Lichtenau gekommen ist. In seinem Zelt im Lager sei es angenehm warm, und der Schnee auf den Wegen sei direkt von anderen Flüchtlingen beiseite geräumt worden, berichtet er.

Die Heizung

Die Zeltstädte in Hessisch Lichtenau und die in Schwarzenborn seien die einzigen, bei denen der Schnee liegen geblieben sei, sagt Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel (RP). Die Heizung laufe planmäßig, in den Zelten herrsche eine Temperatur zwischen 20 und 30 Grad. Trotzdem kämen die Flüchtlinge oft zum Betriebsleiter des Lagers und beschwerten sich, dass ihnen kalt sei. Das läge aber daran, dass sie es nicht gewohnt seien, sich warm anzuziehen. Sind die Zelte allerdings mit Zwischenwänden zur Trennung der Familien ausgestattet, sei es schwer, eine einheitliche Temperatur im Zelt herzustellen.

Das Schneeschieben

„Das Schneeschieben innerhalb des Lagers wird von den Flüchtlingen organisiert“, sagt Conrad. Falle Schnee auf die Zelte, schmelze er schnell, weil die Zelte beheizt seien. Falls das nicht der Fall sein sollte, kümmerten sich Mitarbeiter darum, den Schnee von den Zelten zu entfernen.

Trotz der kalten Temperatur und des Schnees herrscht rund um das Lager reges Treiben: Eine Gruppe junger Männer bewirft sich mit Schneebällen, wird einer von ihnen getroffen, lacht er laut. Einige Flüchtlinge beschweren sich allerdings über den Schneematsch, der ihnen den Weg in die Zeltstadt und zu den Toiletten erschwert. „Meine Füße sind nass“, sagt eine junge Frau mit einem Kinderwagen in gebrochenem Englisch. Der Kinderwagen ließe sich aber weiterhin gut über den Platz fahren.

Die Hilfe

Einige andere junge Männer stehen vor den Häusern der Anwohner. Eine ältere Dame ist gerade dabei, vor ihrem Haus den Schnee zur Seite zu schieben. „Ich mache das“, ruft ein junger Mann in einer schwarzen Jacke auf Deutsch, nimmt ihr den Schneeschieber aus der Hand und schiebt den Gehweg. „Das macht Spaß, das gibt es in Afghanistan nicht“, sagt er auf Englisch.

Eine Familie aus Syrien ist mit ihren Kindern vor dem Lager unterwegs. Es mache Spaß, den Kindern zuzusehen, wie sie den ersten Schnee ihres Lebens sehen und anfassen, sagt der Vater in gebrochenem Englisch. Jetzt müsse es nur etwas wärmer werden und die Sonne scheinen, dann sei alles in Ordnung.

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