Woche gegen Ausgrenzung an der Freiherr-vom-Stein-Schule

Schüler setzen mit Regenbogenfarben ein Zeichen

Für Offenheit und Toleranz: Die Schüler Maximilian Pibiri, Tom Stange und Toni Lina Kozole, von links, mit Lehrer Günther Tschiersky, Schüler Florian Schnellhammer, Schulsozialarbeiterin Sabrina Chojnatzki und Schülerin Hanna Förster in der beleuchteten Aula.
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Für Offenheit und Toleranz: Die Schüler Maximilian Pibiri, Tom Stange und Toni Lina Kozole, von links, mit Lehrer Günther Tschiersky, Schüler Florian Schnellhammer, Schulsozialarbeiterin Sabrina Chojnatzki und Schülerin Hanna Förster in der beleuchteten Aula.

Der Juni gilt als sogenannter „Pride Month“ (Engl. für „Monat des Stolzes“). Er ist bunt, steht für Toleranz und die Vielfalt in der Gesellschaft. Auch die Freiherr-vom-Stein-Schule legt Wert auf Offenheit und Gleichberechtigung.

Hessisch Lichtenau – Als die Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule am Montag vergangene Woche das Schulgebäude betraten, erwartete sie eine Überraschung. Aus den Lautsprechern erklang Musik – „I am what I am“, von Gloria Gaynor, „This is me“ aus dem Film „The Greatest Showman“ und „Regenbogenfarben“ von Kerstin Ott. Alles Lieder, in denen es um kraftvolle Themen geht: Vielfalt, Stärke und Selbstbewusstsein.

Dazu hatten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ Eingangsbereich und Gänge geschmückt. Mit Regenbogenflaggen und Plakaten mit Botschaften: gegen Ausgrenzung, gegen Hass, gegen Hetze und gegen Mobbing – für Liebe, für Toleranz, für Gleichberechtigung und für Gerechtigkeit. Die Aula war außerdem in buntes Licht getaucht.

Während der Großteil der Schüler Interesse zeigte, wissen wollte, was sich die AG bei der Aktion gedacht hatte, gab es nur wenige, die ablehnend reagierten. „Für uns steht Aufklärung im Vordergrund“, erklärt Schüler Tom Stange. Darum gab es am zweiten Tag der Woche noch mehr Informationen: Auf Stellwänden hatten die Organisatoren mehr als 30 Flaggen angebracht, die für verschiedene sexuelle Neigungen und Identitäten stehen. Dazu gab es Aufklärungsmaterial zum Thema Homosexualität, aber auch zu Rassismus und Mobbing. „Im Laufe des ersten Tages waren einige Plakate abgerissen oder mutwillig zerstört worden“, erzählt Schüler Maximilian Pibiri. Und sagt weiter: „Wir haben dann einfach doppelt so viele wieder aufgehängt.“ Ein Zeichen, das bei den Mitschülern ankam: Das Abreißen der Flaggen hörte auf.

Der Juni gilt als sogenannter „Pride Month“ (Engl. für „Monat des Stolzes“). Er ist bunt, steht für Toleranz und die Vielfalt in der Gesellschaft. „Wir wollten gerne mitmachen und Mut machen“, so Zehntklässlerin Hanna Förster. Es gehe darum, ein Bewusstsein bei den Mitschülern zu schaffen: Was gehört alles dazu, ein Mensch zu sein? Wie unterschiedlich sind Menschen? Wie wichtig ist es, sich gegenseitig zu akzeptieren?

Auf großen Plakaten konnten alle Schüler ihre Gedanken zu der Aktion festhalten, sie schreiben einzelne Worte, ganze Sätze oder malten Bilder. Fast alle nahmen die „Pride Week“ – denn es ging bis einschließlich Freitag so weiter – mit buntem Licht und Musik morgens vor dem Unterricht und in den Pausen, positiv auf. Sätze wie „Ich bin stolz auf meine Schule“ wurden auf die Plakate geschrieben. Wie die Organisatoren berichten, entstanden viele Gespräche rund um die Regenbogenflagge und ihre Bedeutungen: Toleranz, Akzeptanz, Vielfalt und Hoffnung.

Die Aktion entstand mit Lehrer und AG-Leiter Günther Tschiersky und Schulsozialarbeiterin Sabrina Chojnatzki vom Kreis. Die Schulleitung habe die Idee sofort sehr positiv aufgenommen, berichten die Schüler. Viele Lehrer hätten Interesse an dem Aufklärungsmaterial gezeigt, um die Themen im Unterricht aufzugreifen. Besonders freuten sich die Mitglieder der AG darüber, dass ihre Planungen bereits lange vor den Diskussionen um die Beleuchtung der Münchner Allianz Arena in Regenbogenfarben begonnen hatten und sie mit ihrer Idee der Zeit voraus waren.  (hbk)

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