Schießanlage soll abgerissen werden

Vermieter kündigt: Schützen aus Hessisch Lichtenau suchen neues Heim

+
Am Herzstück der Anlage: Pressewart Gert Merkel (links) und Vorsitzender Klaus Umbach hoffen auf neue Räume für ihren Verein.

Hessisch Lichtenau. Seit 30 Jahren haben die Schützen aus Hessisch Lichtenau ihr Domizil an der Sudetenstraße. Jetzt soll das Gebäude abgerissen werden.

Die Sportler suchen ein neues Vereinsheim. Es ist kalt im Keller des Hauses, das in Hessisch Lichtenau als „Herzog“ bekannt ist. Wer es nicht weiß, vermutet nicht, dass sich im Keller des Gebäudes, in dem früher die Zentrale der Firma Fröhlich war, eine komplette Sportanlage befindet. Und doch hat der Schießsportverein sich hier seit rund 30 Jahren mit professionellen Schießbahnen eingerichtet.

Noch können die 45 Mitglieder des Vereins hier ihrem Sport nachgehen. Noch – denn ihnen wurde zum 31. März 2019 gekündigt, das Gebäude soll abgerissen werden. Nun suchen sie ein neues Domizil. „Für einen Schützenverein ist es nicht leicht, einen Raum zu finden“, berichten Vorsitzender Klaus Umbach und Pressewart Gert Merkel. Die Anforderungen sind hoch: Betonfußboden, sichere Wände, Schutz vor zu viel Lärm und eine gute Be- und Entlüftung sind nur einige Voraussetzungen. Zudem ist die Anlage mit Gittertüren gesichert.

In ihre jetzige Ausstattung haben die Schützen fünfstellige Summen investiert. Allein die Duell-Anlage hat gut 6000 Euro gekostet, erinnert sich Umbach. Auf dem 50-Meter-Stand haben die Mitglieder zum Beispiel Stahlträger eingebaut – alles eigenhändig neben der Technik, die ein Schießstand benötigt. Dazu kommt ein gemütlicher Saal nebst Theke und Küche.

Die Mitglieder schießen auf einer 50-Meter-Kleinkaliber-Anlage und auf einem Stand, an dem mit Klein- und Großkalibermunition geschossen werden darf. Für den Nachwuchs gibt es eine Zehn-Meter-Anlage für Luftgewehr und Luftpistole.

„Neben dem Verein in Bad Sooden-Allendorf haben wir den einzigen Stand, auf dem man mit Großkaliber schießen darf“, erklärt Umbach. Der Großalmeröder Verein zum Beispiel miete sich bei ihnen ein, um Runden zu schießen. „Ein Teil der Anlage lässt sich wieder ausbauen“, sagt Umbach zum anstehenden Umzug.

Neue Ideen 

Zwei Ideen für neue Räume gibt es bereits: die Reaktivierung der Schießanlage auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung oder der Keller des neuen Jugendzentrums, das auf dem Freizeitgelände entstehen soll.

Befürchtungen, dass Jugendliche dann mit Waffen in Kontakt kommen könnten, entgegnet Umbach: „Es gäbe keine Berührungen. Zweimal in der Woche kommen alte Männer mit Koffer und gehen später wieder.“ In der Tat sind die Schützen verpflichtet, ihre Waffen und Munition getrennt in abgeschlossenen Taschen zu transportieren. Über jeden Schuss wird Buch geführt und von der Standaufsicht quittiert.

Nun hoffen die Schützen darauf, ihrem Sport bald in neuen Räumen nachgehen zu können. 

Info: Der Verein freut sich über Raumangebote an E-Mail: klaus-umbach@t-online.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.