Enge Straßen und große Fahrzeuge als Problem

Einsatzkräfte im Werra-Meißner-Kreis werden zunehmend durch Autofahrer behindert

Passen die großen Fahrzeuge durch die engen Straßen: Vor dem Johannisfest 2017 testete die Feuerwehr in Eschwege die Rettungswege.
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Passen die großen Fahrzeuge durch die engen Straßen: Vor dem Johannisfest 2017 testete die Feuerwehr in Eschwege die Rettungswege.

Bei einem Brand, medizinischen Notfall oder häuslicher Gewalt werden Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei gerufen. Allerdings ist es für die Helfer oft schwer, zum Einsatzort zu gelangen.

Werra-Meißner – „Immer mehr Verkehrsteilnehmer räumen der Feuerwehr ungenügend Platz ein“, sagt Stefan Schlegel, Sprecher der Feuerwehr Hessisch Lichtenau. Manche Autofahrer wichen Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht nicht aus. Auch Parken in engen Straßen werde problematischer, da sowohl Autos als auch Einsatzfahrzeuge größer werden. Die neue Drehleiter in Hessisch Lichtenau etwa sei größer als die alte und brauche mehr Platz zum Abstützen. Problematisch sei auch, wenn Unterflurhydranten in der Straße zugeparkt werden.

„Was verstärkt festgestellt wird, dass Fahrzeuge versuchen, direkt durch Einsatzstellen zu fahren, obwohl diese abgesperrt sind oder man sehen kann, dass wegen der Einsatzsituation und der Aufstellung der Fahrzeuge kein Durchkommen möglich ist“, so Schlegel. An solchen Sperrungen falle auch schon mal ein böses Wort. Solche Respektlosigkeiten gegenüber Einsatzkräften nehmen zu, bestätigt Hans-Heinz Staude, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. Im ländlichen Werra-Meißner-Kreis sei das aber seltener als in Städten.

Dort sind mitunter auch fehlende, schlecht beleuchtete oder schwer zu findende Hausnummern ein Problem. „Es ist fast an der Tagesordnung, dass Einsatzkräfte die Hausnummer suchen müssen“, sagt Thomas Schmidt von der Kasseler Feuerwehr, die auch den Rettungsdienst koordiniert. Fast jeder Streifenpolizist kenne Situationen, bei denen sich das Eintreffen am Einsatzort verzögere, weil das richtige Haus gesucht werden müsse, bestätigen die Polizeisprecher Matthias Mänz und Alexander Först. Das sei sehr ärgerlich, wenn jemand in Not ist.

Für die Wehren auf dem Land sind Hausnummern dagegen selten ein Problem, sagt Schlegel. „In unserem eigenen Stadtgebiet kennen wir uns gut aus.“ Zudem zeigten Navigationsgeräte Hausnummern an. Dennoch, sagt Staude: „Jede fehlende oder unbeleuchtete Hausnummer ist eine zu viel, wenn es um Zeit geht.“ (fst/use)

So sollten Hausnummer angebracht sein

Hauseigentümer seien verpflichtet, eine Hausnummer anzubringen, erklärt Polizeisprecher Alexander Först. Das Baugesetzbuch schreibe aber keine weiteren Details vor, Kommunen können eigene Vorgaben machen. Tipps der Feuerwehr: Hausnummern sollten von öffentlichen Straßen gut zu lesen sein. Große Ziffern, die sich deutlich von der Farbe der Hauswand abheben, sind sinnvoller als künstlerische Formen. Die Nummer sollte beleuchtet sein und nicht überwuchert. (use/fst)

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