Über 40 Helfer proben den Ernstfall

Schwerstverletzte ins rote Zelt: DRK übt Einsatz bei Umweltkatastrophe

+
Sandra Moschter wird von Tim Nowak betreut.

Walburg. „Nach anhaltenden Umweltlagen hat das Land einen humanitären Rotkreuz-Einsatz angefragt“, schildert Thomas Freiberg die Übungslage in dem fiktiven Landkreis „Frau-Holle-Land“, der mit dem Kreisteil Witzenhausen deckungsgleich ist.

Kommunikationsmittel, Krankenhäuser und Verkehrswege sind gestört oder gar nicht mehr vorhanden, so die Annahme.

Auf dem Gelände der Grundschule in Walburg hatte das Rote Kreuz am Wochenende sein Basiscamp eingerichtet, um im Auftrag des Landes Hessen die schwere, zum Glück nur erfundene Lage zu meistern. Möglichst realistisch sollten die Abläufe bei einem Katastrophenszenario geübt werden, Probleme erkannt und in Zukunft vermieden werden.

Insgesamt 17 Fahrzeuge, dazu ein Quad, sieben Anhänger und zwei Feldküchen waren vor Ort gebracht worden. Das Rote Kreuz hatte 37 ehrenamtliche Helfer von Samstag bis Sonntag vor Ort, die auch in der Schulturnhalle übernachteten. Kommunikationszentrum war der Leitungswagen vor der Turnhalle, in dem alle Informationen über Funk eingingen, Lagen diskutiert und Entscheidungen getroffen wurden.

An das Lagezentrum angeschlossen war das Auskunftsbüro des DRK, das im Erstfall als Informationsstelle für Angehörige dient, Familienangehörige zusammenführt oder Informationen über den Verbleib der Verwandten gibt.

Beachtlich ist auch die Leistungsfähigkeit der Feldküche, die am Rand des Schulhofes aufgebaut ist: In vier Kesseln können Mahlzeiten für bis zu 1000 Personen gekocht werden, informierte Steven Renner, der die Leitung dort hatte. An der oberen linken Seite ist der Behandlungsplatz aufgebaut: Drei Zelte mit Platz für je 25 Personen auf Feldbetten. Am Eingang sind grüne, gelbe und rote Markierungen angebracht. Je nach Schwere der Verletzung werden die herangebrachten Menschen den Behandlungszelten zugewiesen: Schwer- und Schwerstverletzte werden im roten Zelt mit Vorrang behandelt, im gelben sind die untergebracht, die nicht in Lebensgefahr sind. Leicht Verletzte werden im grünen Zelt betreut.

Wer wird wo eingesetzt? Jürgen Kraft (von links), Wolfgang Frühauf, Kirstin Schöffel, Thomas Freyberg und Marcel Philipp beraten das weitere Vorgehen bei der Großübung des DRK in Walburg. 

Zur Großübung gehörte auch die Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen. Im grünen Zelt liegt momentan Sandra Moschter, sie wird von Tim Nowak betreut. Die Suchhundestaffel hatte zwischen Velmeden und Walburg mit mehreren Hunden nach ihr gesucht und sie zwischen alten Waggons auf dem Bahnhof Walburg gefunden.

Die Fürstenhagener Feuerwehr hatte Lee Ann Schönemann und Adam Adler aus einem Kanalrohr gerettet, das DRK beide nach Walburg gebracht. Nun warten sie, dass die Eltern sie abholen. Zusammen mit Kreisbrandinspektor Christian Sasse, Bürgermeister Michael Heußner und DRK-Kreischef Jürgen Vogelei war auch Jürgen Kraft, der DRK-Bereitschaftsleiter aus Groß-Gerau, angereist. „Wir haben viele Erkenntnisse gewinnen können“, erklärte ihnen Wolfgang Frühauf vom Leitungsstab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.