Ein Drittel der Pakete kommt per E-Auto

Seit einem Jahr nutzt Post ab Hessisch Lichtenau Elektrofahrzeuge

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Sie liefern Post mit den Streetscootern aus: Angelika Baum und Ralf Dippel vor der kleinen Version des Fahrzeugs. Rechts ist die Ladestation zu erkennen. 

Hessisch Lichtenau. Mit ihren Streetscootern liefert die Deutsche Post Pakete in Hessisch Lichtenau aus. Am Zustellstützpunkt fahren seit über einem Jahr drei von neun Fahrzeugen elektrisch.

„Anfangs waren es sogar acht“, sagt Betriebsleiter Andreas Mergenthal. Doch der Hausanschluss reiche nicht für so viele Fahrzeuge. „Als wir alle acht an die Ladestationen angeschlossen hatten, ging plötzlich das Licht aus. Die Leitung ist nicht stark genug“, so Mergenthal. 

Als Ralf Dippel vor über einem Jahr die Post noch mit einem Dieselfahrzeug auslieferte, haben ihn die Kunden schon von Weitem gehört. „Meist standen die Leute schon in der Tür und ich musste nicht mal klingeln“, sagt der 50-Jährige. Seit März 2017 transportiert er Briefe und Pakete mit einem Elektroauto aus. 

Vor allem die Menschen aus den Dörfern waren von dem Streetscooter begeistert, denn diese hätten ein sehr umweltbewusstes Denken. „Dass wir so schnell elektrisch betriebene Fahrzeuge einsetzen, hätte keiner von ihnen gedacht“, erzählt Dippel. Manch älterer Mitbürger unterschätze allerdings die Lautstärke des Autos – oder besser gesagt: die nicht vorhandene Lautstärke.

„Kindern wird eingetrichtert, dass sie nach links und rechts schauen sollen, bevor sie die Straße überqueren. Und die ältere Generation macht es nicht“, sagt Dippel. Genau die seien es dann, die „dumm gucken würden, wenn plötzlich ein gelbes Auto neben ihnen stark bremst“. Ralf Dippel fährt gern den Streetscooter. „Wenn einer da ist, dann nehme ich ihn auch“, sagt der Fürstenhagener. Die Einstiegs- und Ladehöhe sei für ihn optimal.

Elektroautos sind nicht bei allen beliebt

Skeptisch sei er bei der Einführung der Fahrzeuge nicht gewesen. „Ich fand das Ganze sehr spannend und habe mich selber ein wenig als Testobjekt gesehen“, erzählt Dippel. Manche seiner Kollegen mögen die Elektroautos nicht und bleiben deshalb beim Diesel.

Ob das an den „Kinderkrankheiten“ lag, die die Streetscooter auch jetzt immer noch hin und wieder aufweisen, weiß er nicht. „Bei mir hängt manchmal die Hinterbremse, aber das Problem kann ich selber immer schneller lösen“, erklärt Dippel, der seit 20 Jahren bei der Post beschäftigt ist. Bei Kollegen seien Probleme mit der Parksperre aufgetreten, die dafür da ist, die Fahrzeuge im geparkten Zustand sicher festzuhalten.

Zwischen sechs und sieben Stunden ist Dippel an einem Arbeitstag unterwegs, freitags fährt er eine Strecke um die 46 Kilometer. „Wenn ich am Zustellstützpunkt zurück bin, hab ich 50 Prozent des Akkus verbraucht“, sagt er. Im Winter sei der Verbrauch wegen der Heizung natürlich höher und im Sommer gibt es eine Klimaautomatik, aber Dippel bevorzugt das offene Fenster während der Fahrt. 

Am Ende der Schicht kommen die Autos an die Ladestation. Pro Säule können zwei Fahrzeuge mit neuer Energie gespeist werden. Sieben bis acht Stunden dauert das Laden, das nachts stattfindet. Der Vorteil: Die Fahrer haben am nächsten Tag ein „vollgetanktes Auto“.

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