Pflichtfach

Seit Sommer wird in Hessisch Lichtenau Computer- und Medientraining unterrichtet

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Der Unterricht findet im Computerraum statt: Initiator Erik Meyfarth (hinten von links), Lukas Schmelz, Christian Wagner, Mareike Oltmanns, Initiator Guido Ipsen, Lisa Kümmel und Angelina Prüssing unterrichten neben anderen Lehrern das Pflichtfach Computer- und Medientraining an der Freiherr-vom-Stein Schule in Hessisch Lichtenau.

Hessisch Lichtenau. Seit Ende der Sommerferien wird in der gesamten Jahrgangsstufe 7 der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau (FvSS) ein neues Pflichtfach unterrichtet: Computer- und Medientraining (Comet).

Lehrer und Referendare verraten nach den ersten Monaten wie es läuft:

DIE IDEE 

„Wir verlangen in der Schule viel im Bereich Recherche, Präsentation und Textgestaltung. Diese Punkte werden aber nicht konkret im Unterricht behandelt“, sagt Lehrer Erik Meyfarth, der das Fach zusammen mit Dr. Guido Ipsen ins Leben gerufen hat. Bisher wurde die Medienkompetenz in allen Fächern nur nebenbei unterrichtet.

„Das ist zu wenig“, betont Ipsen. In den Doppelstunden, die einmal wöchentlich stattfinden, geht es um den sicheren Umgang mit dem Internet. Außerdem arbeiten die Schüler mit Textverarbeitungsprogrammmen und lernen, Präsentationen zu erstellen. Sechs festangestellte Lehrer und vier Referendare unterrichten Comet derzeit.

DIE RESONANZ 

Viele Schüler hätten sich auf das Fach gefreut, sagt Referendar Lukas Schmelz. „Und wir haben den Eindruck, dass die Motivation der Schüler in Comet größer ist als in anderen Fächern. Wir beschäftigen uns mit Themen, die direkt mit der täglichen Lebenswelt der Schüler zu tun haben.“ Aber auch die Lehrer und Referendare profitierten von dem neuen Fach, fügt Referendarin Angelina Prüssing hinzu: „In der Medienwelt ändert sich eigentlich ständig etwas. Darauf muss man sich einstellen. Wir lernen auch von Stunde zu Stunde dazu.“

DIE INHALTE 

Sind die Schüler in Sachen Computer und Internet den Pädagogen nicht oft überlegen? Nach vier Monaten habe sich gezeigt, dass es doch viele Wissenslücken gibt. „Einige denken, nur weil sie täglich mit diesen Dingen zu tun haben, wissen sie auch alles darüber“, sagt Lehrer Christian Wagner. Im Laufe des Unterrichts habe man aber festgestellt, dass es noch viele Fragezeichen gebe.

„Es fehlen zum Teil grundlegende Kenntnisse“, sagt auch Schmelz. Viele Schüler wüssten zum Beispiel nicht, wie man einen Text in Word formatiere. Auch ein wichtiges Thema: Wie gehe ich mit meinen Daten um? Wo hinterlasse ich Spuren? „Im Unterricht wollen wir stärker für diese Themen sensibilisieren“, so Meyfarth. Mittlerweile hätten nahezu alle Schüler ein Smartphone und seien beim Nachrichtendienst Whatsapp angemeldet. Täglich würden dort Bilder hochgeladen und private Nachrichten verschickt. Auch an der FvSS habe es in diesem Zusammenhang schon Mobbing-Fälle gegeben. „Es ist auch wichtig, die Eltern einzubeziehen“. Deshalb wird es 2016 dazu einen Elternabend geben.

DIE ZUKUNFT 

Schon jetzt ist klar, das Projekt, das zunächst auf ein Jahr angelegt war, wird weiterlaufen. „Der Bedarf ist eindeutig da“, betont Ipsen. Es wird darüber nachgedacht, Computer- und Medientraining dann in Zukunft vielleicht auch in den Jahrgangsstufen 5,6,9,10 und 11 zu unterrichten.

Was die Schüler von dem neuen Schulfach halten, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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