Im Senkefeld wird gebaut: Flüchtlinge könnten Ende September einziehen

Baubeginn: Das Gelände im Gewerbegebiet Senkefeld in Hessisch Lichtenau wird vorbereitet. Ein Bagger schafft den Untergrund, auf dem der Kran stehen soll. Bereits in einigen Tagen sollen hier Leichtbauhallen als Unterkunft für Flüchtlinge stehen. 2 Fotos: Röß, 1 Foto: Archiv

Hessisch Lichtenau. Im Gewerbegebiet „Senkefeld" in Hessisch Lichtenau sind die Bagger angerückt: Dort wird seit Mittwoch unter Hochdruck daran gearbeitet, dass bald Leichtbauhallen für mindestens 1250 Flüchtlinge aufgestellt werden können.

Zuständig für die Grundausstattung - also die Befestigung der Wege, der Wasser-, Strom- und Internetversorgung sowie den Kanalbau - ist die Stadt. Heinz E. Vogt, Erster Stadtrat von Hessisch Lichtenau, hat bestätigt, dass bereits mit dem Bau der Wege begonnen wurde. Der Trafo sei gestellt und erste Fundamente seien ausgehoben worden. „Wir sind als Vermieter dazu verpflichtet, dem Mieter, also dem Regierungspräsidium (RP) Kassel, die Fläche voll ausgestattet zu übergeben“, sagt er. Das bedeutet, die Anschlüsse müssen alle vorhanden sein, und die Fläche muss sofort bebaubar sein. Bis zum kommenden Montag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Kosten für die Herrichtung des Geländes trägt die Stadt, wie Vogt bestätigt. Das RP übernehme die Rechnungen der Baufirmen nur vorläufig, weil die Kommune keinen Posten für eine solche Ausgabe im Haushalt eingeplant hatte. Eine derartige Notsituation habe man nicht vorhersehen können, so der Erste Stadtrat. Der Betrag, dessen abschließende Höhe noch unklar ist, werde aber später mit der Pacht verrechnet, die das RP für die Gewerbefläche im Senkefeld an die Stadt Hesssich Lichtenau zahlt. Wie hoch die Miete ist, dazu macht Vogt keine Angaben.

Harald Merz, stellvertretender Pressesprecher des RP Kassel, bestätigt, dass die Leichtbauhallen spätestens Mitte kommender Woche angeliefert werden. Der Aufbau gehe schnell, die einzelnen Teile der Halle seien wie ein Puzzle zusammenzustecken. Merz schätzt, dass bereits Ende September die ersten Flüchtlinge in die beiden Leichtbauhallen einziehen könnten. Eine Halle bietet Platz für 1000 Flüchtlinge, die andere fasst 250. Dort sollen auch die Versorgung und die Verwaltung untergebracht werden. Maximal können im Senkefeld 1500 Menschen Unterkunft finden.

Die Zeltstadt auf dem Hartplatz in Hessisch Lichtenau soll, je nachdem, wie stark der Flüchtlingsstrom bleibt, zunächst als Zwischenlager weiter bestehen bleiben, notfalls auch über Winter. In der Nacht zu Donnerstag kamen die ersten 48 Flüchtlinge in die Zeltstadt. Zuvor hatten Helfer und Mitarbeiter des Regierungspräsidiums fast zwölf Stunden lang ausgeharrt, ohne eine konkrete Ankunftszeit oder Anzahl der Flüchtlinge zu kennen. Merz bestätigte, dass es sich meist kurzfristig entscheide, ob Flüchtlinge kämen. Das Sozialministerium gab dazu bis Redaktionsschluss keine Auskunft.

Baubeginn für Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet Senkefeld

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