Wahlen in Hessisch Lichtenau

Der sensible Hardliner: Michael Heußner (CDU) will Bürgermeister werden

Immer gern mittendrin in seiner Stadt: Michael Heußner, Bürgermeisterkandidat der CDU, ist in Hessisch Lichtenau geboren. Freitags zieht es ihn oft auf den Wochenmarkt, wo er sich eine Currywurst-Pommes und ein paar gute Gespräche mit Lichtenauer Bekannten gönnt. Foto: Bretzler

Hessisch Lichtenau. Wenn Michael Heußner sich selbst einem Fremden beschreiben müsste, dann würde er sagen: „Wenn wir Freunde werden, dann fürs ganze Leben. Auf mich kannst du dich verlassen."

Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Loyalität sind Schlüsselbegriffe im Leben des 51-jährigen Diplom-Verwaltungswirts und Kriminalhauptkommissars, der vor über 30 Jahren in die örtliche CDU eintrat. Jetzt will er Bürgermeister werden - zum zweiten Mal.

Dass er den Anlauf nach zehn Jahren erneut wagt, hat Gründe. „Aus der hinteren Reihe kann ich nichts bewegen. Das liegt ganz klar an meiner Person. An mir scheiden sich die Geister.“ Michael Heußner sagt das ganz selbstbewusst. Er kennt sich und seine Wirkung auf andere - nicht nur in der Politik. „Ich bin direkt. Das ist manchen unbequem, dient aber der Sache, für die ich mich engagiere: dem Wohl der Stadt.“ Er ist sich sicher: „Nur auf dem Spitzenplatz kann ich wirklich etwas erreichen.“

Wie ein Hardliner hört er sich an, wenn er so redet. Und es stimmt: Michael Heußner ist hartnäckig und kann sich an Themen festbeißen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. „Mein Engagement in der Feuerwehr und in der Opferhilfe ,Weißer Ring‘ zeigen, wie wichtig mir Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit sind.“ Schicksale, mit denen er konfrontiert ist, rühren und beschäftigen ihn. Sie geben ihm aber auch das wertvolle Gefühl, Beistand leisten und Konflikte lösen zu können.

Was ihn bewegt, bespricht er abends mit seiner Frau Ute, die er 1996 auf dem Altstadtfest kennengelernt hat. „Damals gab es so ein alle verbindendes Fest in unserer Stadt noch“, sagt Michael Heußner und gerät ins Schwärmen: „Es wäre toll, wenn wir so etwas wieder einführen könnten!“ Bis dahin feiert er ausgiebig Karneval. „Allerdings musste ich meinen Kindern versprechen, dass es von mir nie peinliche Fotos geben wird, falls ich zum Bürgermeister gewählt werde“, sagt der 51-Jährige lachend. „Aber als Rathauschef muss man ja nicht den ersten Karnevalisten spielen und kann trotzdem für jeden Spaß zu haben sein.“

Spaß ist auch ein gutes Stichwort, wenn es um seine Freizeitgestaltung geht. Michael Heußner spielt gern Badminton, ist Sportschütze, wandert, fährt Motorrad und hat sogar ein Motorboot. Derzeit ist der Wasserflitzer im Gartenhaus abgestellt, das Heußner allein gebaut hat. „Handwerklich bin ich durchaus geschickt und mache viel selbst.“ Früher asphaltierte er sogar Straßen - wenn auch ganz kleine. „Ich holte mir Teer von Bauarbeitern und legte um die Bäume vor unserem Haus Wege für meine Spielzeugautos an.“

Entspannung findet Heußner bei Musik von Joja Wendt und einem guten Buch. Aktuell wartet die Biografie der Politikerin Elisabeth Selbert auf Lektüre. Aber auch zu humorvollen Krimiserien wie „Mord mit Aussicht“ und Rosamunde-Pilcher-Schnulzen sagt er nicht Nein. Kontrastprogramm zum Job des harten Politikers? „Ach, ich bin einfach harmoniesüchtig und mag alles mit Happy End.“

In welches Jahr Michael Heußner gern in der Zeit zurückreisen würde, lesen Sie in unserem Kandidaten-Fragebogen in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen

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