Sorgenkind Bürgerhaus: Stadt muss 745 000 Euro investieren

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Viele Baustellen: Das in den 1960er Jahren erbaute Bürgerhaus in Hessisch Lichtenau muss dringend saniert werden. Unter anderem sind zwei Flachdächer undicht. Aber auch Heizungsanlage und Abwasserrohre müssen erneuert werden.

Hessisch Lichtenau. Das Hessisch Lichtenauer Bürgerhaus braucht dringend eine Verjüngungskur. Flachdächer, Wasser- und Abwasserleitungen, Heizungsanlage, Rollläden und vieles mehr sind nicht nur in die Jahre gekommen, sondern teilweise gar nicht mehr funktionstüchtig.

Das offenbart eine Mängelliste, die der Fachbereich „Bauen, Wohnen und Umwelt“ kürzlich dem Magistrat vorlegte. Daraus geht hervor, dass die Stadt geschätzt 745 000 Euro investieren müsste, um den 1960er-Jahre-Bau wieder halbwegs in Schuss zu bringen.

Ein großer Teil davon, rund 447 000 Euro, soll aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) gefördert werden. Geld gibt es aber nicht für Sanierungen, die den gewerblichen Bereich betreffen, wie das Bürgerhaus-Restaurant. Beispiel: Das marode Flachdach über der Gaststätte (Reparaturkosten 130 000 Euro) ist nicht förderfähig, das über dem Foyer (182 355 Euro) hingegen schon.

Auch wenn am Ende viel über das KIP abgefedert werden kann: Knapp 300 000 Euro bleiben an der Stadt hängen und müssen in den kommenden Jahren über den Haushalt finanziert werden. „Das Gebäude ist alt und es ist lange nichts gemacht worden“, begründet Bürgermeister Michael Heußner (CDU) die aktuelle Lage. Der Magistrat habe entschieden, zwei Aufträge zur Prüfung der Bausubstanz und der Sicherheitstechnik auszuschreiben. Erst wenn hier Ergebnisse vorliegen, gebe es Gewissheit wann, wo und wieviel investiert werden müsse.

Bereits der im Sommer 2016 vorgelegte Bauzustandsbericht hatte gravierende Mängel an 94 städtischen Liegenschaften offenbart. Der Sanierungsstau belief sich bereits damals auf rund vier Millionen Euro - Geld, das für den reinen Erhalt der Gebäude investiert werden müsste.

Mit den neuen Erkenntnissen zum Bürgerhaus und weiteren mittlerweile entstandenen Schäden an anderen städtischen Objekten wie Hallenbad oder Friedhofshallen liegt die Summe bereits bei fünf Millionen Euro.

Das bestätigt Bürgermeister Heußner und bezeichnet die Situation als irrsinnig. „Wenn man sich überlegt, wie schwer es für die Stadt ist, allein 400 000 Euro pro Jahr in dringende Sanierungen zu stecken, dann brauchen wir über zwölf Jahre, um die im Bauzustandsbericht beschriebenen Schäden abzuarbeiten. Und bis dahin gibt es wieder viele neue Baustellen. Die Spirale dreht sich immer weiter, und ich frage mich, wie wir da jemals rauskommen sollen!“

Lange Liste voller Mängel 

Die gravierendsten Schäden am Hessisch Lichtenauer Bürgerhaus sind neben den nach dem Einsturz 1993 nicht sanierten Flachdächern unter anderem folgende:

Heizungsanlage:  Sowohl im Bürger- als auch im Rathaus steht eine Erneuerung der Heizung an. Geld dafür (insgesamt 145.000 Euro) ist über das KIP beantragt. Aktuell wird geprüft, ob zum gemeinsamen Nutzen ein Blockheizkraftwerk gebaut werden kann.

Trinkwasserleitung: Die Leitungen sind wegen starker Ablagerungen nicht mehr nutzbar. Kosten für den Austausch: 10.000 Euro.

Kanäle: Der Regenwasserkanal ist verstopft. Die Rohre müssen gereinigt oder eventuell neu verlegt werden. Geschätzte Kosten: 25 000 Euro. Die Abwasserleitungen im Keller von der Küche müssen erneuert und die Bodenabläufe abgedichtet werden. Kosten: 10.000 Euro.

Rollläden: Die Mechanik des oberen Sonnenschutzes ist defekt. Kosten: 18.000 Euro.

Küche und Saal:  Vieles ist veraltet wie Kühltheken, Kippbratpfanne und Saal-Reinigungsgerät. Kosten für Erneuerung gesamt: rund 20.000 Euro.

Terrasse der Gaststätte: Eine Erneuerung ist erforderlich. Kosten: 25.000 Euro.

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