Kreis signalisiert neue Verhandlungsbereitschaft

Demo vor Sitzung in Hessisch Lichtenau: Sportler fordern Nutzung des Stadions

Sophie Rühling vom Lichtenauer Lauftreff (von links) und Vereinschef Hans-Karl Bock übergeben ihr Schreiben an Stadtverordnetenvorsteher Dirk Oetzel.
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Sophie Rühling vom Lichtenauer Lauftreff (von links) und Vereinschef Hans-Karl Bock übergeben ihr Schreiben an Stadtverordnetenvorsteher Dirk Oetzel.

Den Sportlern in Hessisch Lichtenau fehlen aktuell Trainingsmöglichkeiten. Am Freitag kam Bewegung in die Angelegenheit.

Hessisch Lichtenau – „Stadion für Vereine öffnen“ – das war auf einem der Plakate zu lesen, mit denen eine etwa 20-köpfige Abordnung des Lauftreffs des TV Hessisch Lichtenau vor der Sitzung der Stadtverordneten am Freitag vor dem Bürgerhaus für eine Nutzung des Stadions am Berg demonstrierte.

Das fordern die Sportler

Für die Sportler, darunter auch über ein halbes Dutzend Kinder und Jugendliche, übergab Sophie Rühling ein Schreiben mit den Unterschriften der Teilnehmer an Stadtverordnetenvorsteher Dirk Oetzel. Der Anlass: Unter Punkt elf der Tagesordnung sollte die Vereinbarung über die Nutzung und Unterhaltung der Außensportanlagen der Freiherr-vom-Stein-Schule zwischen dem Magistrat und dem Kreisausschuss des Werra-Meißner-Kreises behandelt werden.

Der Lauftreff fordert, dass das Stadion schnellstmöglich wieder für alle Vereine geöffnet wird, damit wieder ein geregeltes Training stattfinden kann. Das sei vor allem nach den Monaten des Lockdowns wichtig, heißt es in dem Schreiben. Nur so könnten Kinder und Erwachsene dem wochenlangen Bewegungsmangel entgegenwirken. Das Stadion biete die Möglichkeit, im Freien ein Corona-konformes Training anzubieten und soziale Kontakte im Verein zu pflegen. Die momentane Trainingssituation auf Parkplätzen und Waldwegen sei auf Dauer nicht tragbar. Es fehle an Unterstellmöglichkeiten, sanitären Anlagen und man bewege sich im öffentlichen Verkehr. Eine abwechslungsreiche Gestaltung des Trainings sei ohne Sportgeräte kaum umzusetzen.

Hintergründe der Verträge

Bevor sich eingehender mit dem Thema beschäftigt wurde, stellte Stadtverordnetenvorsteher Oetzel klar, dass entgegen der Information im Sendebeitrag des Hessischen Rundfunks (HR) am 13. September nicht die Stadtverordneten den bestehenden Vertrag gekündigt haben, sondern der Magistrat. Oetzel verlas die Resolution, Bürgermeister Michael Heußner reagierte: Die Stadtverordneten hatten den Magistrat beauftragt, Ausgaben der Stadt zu prüfen, die eigentlich andere zu tragen haben. Dazu gehöre der Vertrag von 1989 zur Nutzung des Platzes mit einer Laufzeit von 30 Jahren und der Verpflichtung, die Kosten zu 100 Prozent zu tragen. Da etwa ein Drittel des Haushalts als Kreis- und Schulumlage jährlich an den Kreis entrichtet werde, sei die Nutzung einer Schulsportanlage im Grunde bezahlt, so Heußner. Da in den Verhandlungen mit dem Kreis keine Einigung erzielt wurde und der letzte Vertragsentwurf des Kreises eine 40-prozentige Beteiligung an den – in der Höhe ungenannten – Kosten vorsah, hatte der Magistrat den Entwurf den Stadtverordneten vorgelegt. Wegen des HR-Beitrags hatte sich Kreis-Schuldezernent Dr. Rainer Wallmann laut Heußner aus dem Urlaub gemeldet und neue Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Daher habe der Magistrat Anfang der Woche entschieden, die Vorlage im Stadtparlament vorerst zurückziehen.

Für den Rückzieher erntete Heußner Buh-Rufe und Pfiffe vom Lauftreff, dessen Mitglieder die Sitzung durch die offene Tür des Bürgerhaussaals verfolgten. Sie hatten auf eine schnelle, dauerhafte Lösung gehofft, nachdem es dem Vorstand immerhin gelungen war, für September eine kostenpflichtige Nutzung des Platzes für zwei Tage pro Woche auszuhandeln. (Lothar Röß)

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